Infineon will Aktionäre beschenken

Infineon will seine Speicherchip-Tochter Qimonda endlich loswerden. Um das hinzubekommen, hat der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Ziebart einen überraschenden Vorschlag gemacht: Er will einen Teil der Papiere an die Aktionäre verschenken.

Der Halbleiterkonzern will die Mehrheit an seiner konjunkturanfälligen Speicherchiptochter binnen eineinhalb Jahren endgültig loswerden. Bis zur Hauptversammlung 2009 "solle die Beteiligung auf deutlich unter 50 Prozent reduziert werden“, teilte das Unternehmen am 6. August 2006 mit.

Qimonda-Aktien, die nicht an der Börse verkauft werden konnten, möchte Infineon-Chef Wolfgang Ziebart dann an die Aktionäre verschenken. Das Unternehmen wolle den Weg dazu mit einer Satzungsänderung auf dem Aktionärstreffen 2008 frei machen. "Dies wäre nach einem entsprechenden Beschluss nach der Hauptversammlung 2009 möglich“, hieß es.

"Die bisherige Strategie, die Beteiligung durch Abverkäufe und andere Kapitalmarktmaßnahmen zu reduzieren, wird konsequent fortgesetzt.“ Infineon hält ein Jahr nach dem US-Börsengang der Tochter noch 86 Prozent an Qimonda.

Ziebart hatte angekündigt, sich zügig von dem schwer berechenbaren Geschäft mit Speicherchips zu trennen, das Infineon immer wieder tief in die roten Zahlen gerissen hat. Auf der vergangenen Hauptversammlung hatten Aktionärsvertreter Qimonda-Aktien als Sachdividende gefordert. Derzeit notieren die Titel etwa 1,28 Dollar über dem Ausgabepreis von 13 Dollar von vor einem Jahr.