Herz und Nieren des iPod

Wieder einmal haben die Marktforscher von iSuppli das Innenleben eines Apple-Produktes untersucht. Diesmal traf es den iPod nano. Das Ergebnis: Apple hat dieses Mal nicht nur ein paar wichtige Bauteil-Lieferanten ausgewechselt sondern auch die Gewinnmarge erhöht.

Finanziell gesehen ist Micron beim aktuellen iPod nano der Gewinner. Von dem amerikanischen Speicherhersteller stammt der 4-Gbyte- bzw. 8-GByte-Flash-Speicher des iPod. Der von iSuppli ermittelte Wert der Speicher-Chips liegt pro Gerät immerhin bei 24 bzw. 48 Dollar. Bausteine von Micron sind darüber hinaus zum ersten Mal überhaupt in einem iPod vertreten. Bisher bezog Apple die Flash-Speicher von Samsung, Toshiba oder Hynix.

Von Samsung hingegen stammt der zentrale Chip, in dem Video- und Mikroprozessor integriert sind. Der Wert dieses Chips liegt bei 8,60 Dollar. Samsung steuert außerdem noch das mobile SDRAM bei.

Einige Hersteller haben sich auch ganz von der Liste der iPod-Zulieferer verabschiedet. So sucht man NXP- oder Cypress-Chips vergeblich im Inneren des iPods. Wieder dazugekommen sind Hersteller wie Dialog Semiconductor, Intersil und Synaptics. Laut iSuppli ist es typisch für Apple, seine Bauteil-Zulieferer häufig zu wechseln.

Rechnet man die Summe aller Bauteile zusammen, kommt man beim 4-Gbyte-iPod-nano auf reine Materialkosten von 58,85 Dollar und bei der 8-Gbyte-Version auf 82,85 Dollar. Damit ist es Apple gelungen, die Materialkosten im Vergleich zum Vorgängermodell zu senken. Beim 4-Gbyte-Typ beispielsweise um 18,5 Prozent.

Laut iSuppli hat Apple bisher seine Geräte für einen Preis verkauft, der etwa doppelt so hoch war wie die Materialkosten. Bei den neuen nano-Modellen hat das Unternehmen nun deutlich nachgebessert. Der Verkaufspreis liegt bei 149 (4-GByte-Modell) bzw. 199 Dollar (8-GByte-Version).