Schwerpunkte

Halbleitermarkt 2020

Etwas merkwürdig bis ziemlich verrückt

17. Dezember 2020, 11:09 Uhr   |  Iris Stroh


Fortsetzung des Artikels von Teil 2 .

Der Bann von Huawei hat den Smartphone-Markt nicht verkleinert, sondern die Marktanteile verschoben

STMicroelectronics

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Jean-Marc Chery, President und CEO von ST­Microelectronics: Wir wurden von den Entwicklungen im Automotive-Markt definitiv überrascht. Es war im Frühjahr überhaupt nicht absehbar, dass die Nachfrage in diesem Bereich Ende August mit dieser Stärke zurückkommen würde. Wir sind von einer sehr niedrigen Run Rate auf eine sehr hohe Run Rate gewechselt. Im Vergleich zu unseren eigenen Erwartungen hat sich der Automotive-Legacy-Bereich, den wir mit Smart Power, applikationsspezifischen Produkten, Smart Power ASICs und MCUs etc. bedienen, viel besser als erwartet entwickelt. Darüber hinaus hat sich auch der Bereich Personal Electronics besser entwickelt. Denn der Bann von Huawei hat den Smartphone-Markt nicht verkleinert, sondern die anderen Anbieter in diesem Bereich haben die Huawei-Anteile übernommen und ihren Marktanteil vergrößert. Das gilt besonders für den High-End-Bereich, wo wir gut positioniert sind. Darüber hinaus kommt uns der Effekt von „Stay at home“ entgegen. Denn damit stieg die Nachfrage nach Zubehör wie Keyboards, Tablets, Kopfhörern etc. Auch in diesem Bereich wurden unsere Erwartungen übertroffen. Und zu guter Letzt läuft auch die Wirtschaft in China unerwartet gut. Im April hatten wir zwar schon erwartet, dass sich China erholen wird, aber nicht so schnell ,wie es sich abgespielt hat. Hinzu kommt noch, dass wir glücklicherweise im letzten Jahr viele neue Produkte vorgestellt haben, und der Bedarf in China nach neuen Produkten ist wirklich groß. Summa summarum: Für ST läuft alles in die richtige Richtung, und das gilt für das dritte und vierte Quartal 2020. Jetzt müssen wir nur noch sehen, wie es nächstes Jahr weitergeht. Dass das GDP von der Entwicklung im Halbleitermarkt entkoppelt ist, ist auf zwei Effekten begründet. Der erste Effekt: Den bestehenden Megatrends konnte die Pandemie nichts anhaben. Der Trends hin zu intelligenter Mobilität, Steuerung des Leistungsverbrauchs, Kommunikationsinfrastruktur für 5G etc., all diese Megatrends sind trotz der Pandemie ungebrochen gültig. Und genau diese Megatrends treiben den Halbleiterumsatz. Dazu kommt noch, dass die Menschen aufgrund der Corona-Pandemie ihre Verhaltensweisen ändern mussten – Social Distancing, keine Reisen, kein Essengehen, kein Theaterbesuch etc. Das hat dazu geführt, dass der Bedarf an Elektronikgeräten gestiegen ist. Dazu kommen noch Unternehmen wie ST dazu. Anfang des Jahres haben wir als Gesamtunternehmen vielleicht 10.000 Minuten pro Monat Microsoft Teams benutzt. Heute liegen wir als Unternehmen bei rund 60 Mio. Minuten pro Monat. Das heißt, auch wir als Unternehmen haben unsere Mitarbeiter mit Laptops, EarPods, Tablets etc. ausgestattet. Damit ist klar, dass das GDP von der Halbleiterentwicklung abgekoppelt ist. Es hat einfach eine Verschiebung in der Wirtschaft gegeben.

Bild: ZVEI, WSTS
© Bild: ZVEI, WSTS

Umsatzverteilung des europäischen Halbleitermarktes nach Abnehmer-Segmenten (Mrd. Dollar)

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1. Etwas merkwürdig bis ziemlich verrückt
2. Längere Lieferzeiten
3. Der Bann von Huawei hat den Smartphone-Markt nicht verkleinert, sondern die Marktanteile verschoben
4. Stay at home - Anschub für die Halbletierindustrie

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