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Kostenexplosion vermeiden

EOL ist nicht das Ende der Welt

27. November 2020, 09:08 Uhr   |  Von Ken Greenwood, Technical Sales Manager, Rochester Electronics


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Last-Time-Buy – was muss vorhergesehen werden?

Prognosen sind immer unsicher. Wer seinen Bedarf unterschätzt, riskiert, ein Produkt vorzeitig zu „töten“ und Umsatz zu verlieren. Wer seinen Bedarf überschätzt, bindet unnötiges Kapital im Bestand und zahlt gleichzeitig die Lagerhaltungskosten. Bei der Planung eines Neudesign, um den Last-Time-Buy (LTB) zu begrenzen, müssen die Kosten für Design und Neuqualifizierung sowie die Opportunitätskosten für die Verwendung wertvoller technischer Ressourcen dabei berücksichtigt werden.
Zwar gibt es nur wenige Optionen, die über die Erteilung eines traditionellen LTB-Auftrags hinausgehen. Doch bietet die Zusammenarbeit mit einem Lieferanten, der einen EOL-Übergangspfad eingerichtet hat, zumindest die Hoffnung auf einen risikofreien, fortlaufenden und autorisierten Bestand sowie eine risikofreie Produktion.

Das Risiko unautorisierter Quellen

Das Risiko gefälschter und qualitativ minderwertiger Komponenten aus nicht autorisierten Quellen stellt ein erhebliches Risiko für den Produktionsertrag und die mittlere Zeitspanne zwischen Ausfällen (MTBR) im Feld dar.
Zu den Risiken mit nicht autorisierten Komponenten gehören:

  • Mangelhafte Handhabung – führt zu ESD-Schäden und zur Zerstörung des Geräts. Außen ist kein Hinweis sichtbar, dass ein Fehler aufgetreten ist.
  • Mangelhafte Lagerung – übermäßige Hitze, Kälte oder Feuchtigkeit während der gesamten Lagerhaltungslaufzeit. Dies kann zu externer Anschlussdrahtkorrosion und einer fehlerhaften Lötbarkeit oder einem Eindringen von Feuchtigkeit in die Kunststoffgeräte und zu einem katastrophalen Versagen des Geräts führen, weil es Reflow-Temperaturen unterliegt.
  • Gefälschte Dokumentation

Zudem tauchen jetzt auch dokumentierte Qualitätsprobleme in Bezug auf Fremdchemikalien auf. Reinigungschemikalien, die zur Rückgewinnung, zum Waschen und zum erneuten Markieren gebrauchter Komponenten verwendet werden, dringen langsam in die Produkte ein, schließen Bonddrähte und Pads kurz und führen zu deren Korrosion. Oberflächentests garantieren nicht, dass diese Fehler aufgedeckt werden. Zurückgewonnene Komponenten bestehen möglicherweise nicht nur diese Tests, sondern überstehen auch einen Zeitraum im Betrieb. Die endgültigen Ausfälle zerstören jedoch die MTBR-Werte und führen zu einer verringerten Zuverlässigkeit und Image-Schaden.

Hersteller von Originalkomponenten (OCMs) geben keine Garantie für Produkte, die über nicht autorisierte Kanäle beschafft wurden. Viele verbieten ausdrücklich den Verkauf von Komponenten an nicht autorisierte Quellen.

Es gibt einen Ausweg

Leider gibt es jedoch ein weit verbreitetes Missverständnis: Sobald der Originalhersteller die Produktion einer Komponente einstellt, bleibe nichts übrig, als sie über nicht autorisierte Quellen oder auf dem „grauen Markt“ zu beschaffen. Das ist falsch! Denn es gibt autorisierte After-Market-Anbieter.
So bezieht Rochester Electronics seine Bestände ausschließlich von den OCMs. Rochester ist von allen der über 70 führenden Halbleiterhersteller autorisiert. Über 10 Milliarden der bei Rochester im Lagerbestand vorrätigen Komponenten werden vom Originalhersteller, von dem das Produkt direkt geliefert wird, als EOL eingestuft.
Das Werks-Direktangebot von Rochester macht teure Neudesigns, Neuqualifizierungen und Neuzertifizierungen überflüssig und umgeht das Risiko, schwer auf dem freien Markt erhältliche Produkte beschaffen zu müssen, bei denen Rückverfolgbarkeit, Authentizität und Lagerbedingungen fraglich, unbekannt oder beeinträchtigt sind.

Als lizenzierter Halbleiterhersteller fertigt Rochester die Komponenten auch im Auftrag (Built-to-Order/BTO). Rochester verwendet die Dies und Fertigungsprozesse des Originalherstellers. Alle resultierenden Produkte sind zu 100 Prozent zertifiziert, autorisiert, lizenziert und mit Garantie versehen. Sie werden mit vollständiger Genehmigung unter der Teilenummer des Originalherstellers verkauft. In einigen Fällen hat Rochester Komponenten gefertigt, die der Originalkomponentenhersteller bereits 25 Jahre zuvor zum ersten Mal als EOL eingestuft hat.

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