Schwerpunkte

electronica 2014

Ein halbes Jahrhundert electronica

27. Oktober 2014, 14:14 Uhr   |  Engelbert Hopf


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Energieeffizienz im Fokus

Wie ein roter Faden zieht sich durch die diesjährige electronica das übergreifende Thema Energieeffizienz. Vor dem Hintergrund, dass auf Maschinen zwei Drittel des Stromverbrauchs der Industrie entfallen, geht der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektroindustrie (ZVEI) davon aus, dass ich allein durch den Einsatz intelligenter Automatisierungssysteme in der deutschen Industrie 10 bis 15 Prozent an Energie einsparen ließen. Konkret geht es dabei um ein Einsparpotenzial von mindestens 4 Mrd. Euro. Da für zahlreiche Industriebetriebe Energieeffizienz immer mehr zum Schlüsselkriterium wird, spiegelt sich dieses Thema in allen Ausstellungsbereichen der electronica 2014 wider.

»Für unser Fokusthema Energieeffizienz stellen wir in ganz unterschiedlichen Märkten und Regionen eine weiter zunehmende Bedeutung fest – aus Umwelt-, aber auch aus Kostengründen«, erläutert etwa Dr. Helmut Gassel, Leiter des Geschäftsbereichs Industrial Power Control bei Infineon Technologies. So werden etwa in China ganze Busflotten für den innerstädtischen Verkehr auf Elektroantriebe umgestellt, in den USA wird für LKW mit dem elektrifizierten Highway experimentiert, und in Europa setzen sich zunehmend die geregelten Antriebe für Industrieanlagen durch. Auch bei Haushaltsgeräten und intelligenten Haussteuerungen wird Energieeffizienz zu einem immer wichtigeren Kaufkriterium.

Während sich energieeffiziente Lösungen in bestimmten Bereichen wie dem Stromnetz erst noch umfassend etablieren müssen, ist man in anderen Marktsegmenten, wie etwa bei den Displays, schon weiter. TFT-Displays haben in den vergangenen Jahren bei Industrie und Verbrauchern deutliche Energieeinsparungen ermöglicht. Welches zusätzliche Potenzial aber noch immer in dieser Technologie steckt, zeigen jüngste Entwicklungen. So sind etwa durch Anzeigen mit 4-Pixelstruktur (R/G/B + White) weitere Stromeinsparungen um 30 Prozent möglich. Für den Einsatz im Industriebereich spielen aber neben der Energieeffizienz noch andere Faktoren eine wichtige Rolle. Dazu gehören: gute Ablesbarkeit, Robustheit und Bedienbarkeit sowie das Preis-Leistungs-Verhältnis und die langfristige Verfügbarkeit der Produkte.

Neben der neuesten Technik in Sachen Energieeffizienz können sich die Besucher deshalb auch im Rahmen des Forenprogramms der electronica 2014 über weitere aktuelle Entwicklungen und Trends informieren. Um das Thema Energieeffizienz geht es auch beim Schwerpunktthema Lighting. Nachdem zum 1. September dieses Jahres die zweite Stufe der EU-Verordnung 1194/2012 zu strengeren Auflagen für Glühlampen und Hochvolt- sowie Niedervolt-Halogenlampen in Kraft getreten ist, wird es auch im nächsten Jahr weitere Verordnungen zu energieeffizienten Lichttechnologien geben. Nach einer Studie der Deutschen Energie-Agentur (dena) wird sich vor diesem Hintergrund der Anteil von LED-Produkten in der Beleuchtungstechnologie weiter erhöhen. LEDs übernehmen dabei immer anspruchsvollere Aufgaben in der Automobilbranche, in Smartphones und in hochkomplexen Robotern.

Vorträge rund um die Trends der Lichttechnologie finden gemeinsam mit Luger Research im Rahmen des electronica Forums statt. Im Mittelpunkt steht dabei das »Internationale Jahr des Lichts«. Die Keynote hierzu hält Dr. Joseph Niemela vom Abdus Salam International Centre for Theoretical Physics (ICTP), Triest, am Donnerstag, dem 13. November, um 10 Uhr in Halle A3, Stand 242. Im Anschluss daran folgt eine international hochranging besetzte Podiumsdiskussion. Hier sprechen Experten über Strategien und Technologien, um die europäische Wettbewerbsfähigkeit der Beleuchtungsindustrie auch im nächsten Jahr weiter zu steigern.

Um Design geht es dann ab 11.45 Uhr. Technische Leiter und Ingenieure tauschen sich dann über die wichtigsten elektronischen Trends der Festkörperbeleuchtung (SSL) aus. Neben Automotive, Embedded Systeme und Lighting rückt die electronica 2014 auch die Medizinelektronik in den Vordergrund. Gemäß den Zahlen des Bundesverbands Medizintechnik (BVMed) lag der Umsatz der deutschen Medizintechnik 2013 bei rund 22,9 Mrd. Euro. Deutschland ist damit hinter den USA und Japan der weltweit drittgrößte Markt für Medizintechnik. Dafür dass das auch in Zukunft so bleiben wird, sorgen drei langfristige Trends: Die alternde Gesellschaft, ein Wandel des Gesundheitsbegriffs, der darunter auch eine höhere Lebensqualität versteht, und schließlich der medizinisch-technische Fortschritt, der heute schon die Behandlung von Krankheitsbildern ermöglicht, die noch vor kurzem als nicht behandelbar galten. Neben der aktiven Behandlung mit immer kleineren und kompakteren medizinelektronischen Geräten sind es vor allem elektronische Lösungen für den Bereich Prävention und Überwachung von Krankheitsverläufen, die die Beobachtung und Behandlung von Gesundheitsparametern verbessern helfen. Und auch in den Gesundheitsbereich wird mittelfristig das Internet of Things and Services (IoTS) Einzug halten. Es wird vor allem dazu beitragen, die Datenerfassung und -auswertung durch eine vereinfachte Vernetzung medizinelektronischer Geräte zu verbessern. Damit werden vor allem Fortschritte in der Prävention und der Rehabilitation zu beobachten sein.

Seite 2 von 3

1. Ein halbes Jahrhundert electronica
2. Energieeffizienz im Fokus
3. 50 Jahre electronica

Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen Auf Linkedin teilen Via Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Verwandte Artikel

Messe München GmbH