Schwerpunkte

Thomas Rosteck, Infineon Technologies

»Die Marktdynamik zum Laufen bringen«

27. September 2019, 08:33 Uhr   |  Iris Stroh


Fortsetzung des Artikels von Teil 2 .

Botnet ist ein Problem für alle

Ist eine Tastatur kritisch?

Was die Gefahr durch Botnetze angeht, ist für mich ein Home-Router kritisch, aber auch alle Geräte, die eine höhere Rechenleistung haben und vor allem auch eine hohe Internet-Datenrate mitbringen. Vor zwei, drei Jahren hat man erstmals versucht, IP-Kameras für ein Botnetz zu nutzen. Die Frage, ob kritisch oder nicht, ist nur zu beantworten, wenn man sich überlegt, welche Rolle die Geräte im Netz spielen und welche Möglichkeiten sie für einen Angreifer bieten.

Ein Botnetz ist ein Problem für alle, daher ist Ihre Definition einleuchtend; der Einfall in ein Home-Netz über eine Tastatur ist für eine Einzelperson aber auch kritisch.

Richtig. Das ist die persönliche Bedrohung, angefangen bei IT-Angriffen auf Autos über den Diebstahl privater Daten bis hin dazu, dass eine Haustür aufgesperrt wird. Jeder kann betroffen sein und umso wichtiger ist es, sich mit potentiellen Sicherheitsrisiken vernetzter Geräte auseinanderzusetzen, aktiv beim Handel nachzufragen, Passwörter und Software zu aktualisieren und sorgsam mit persönlichen Informationen umzugehen.

Auf persönlicher Ebene sind also mehr oder minder alle vernetzten Geräte ein Problem, das heißt, Hersteller wie Infineon müssen auch für solche Geräte Security-Ansätze bieten.

Ja, definitiv – und das tun wir auch. Hersteller brauchen Lösungen, die auf die Sicherheitsanforderungen ihres jeweiligen Gerätes zugeschnitten sind. Ein anderer Punkt ist mindestens genauso wichtig: Sicherheit muss einfach umsetzbar sein.

Ein Hersteller von Haushaltsgeräten, der eine neue, vernetzte Kaffeemaschine anbieten möchte, wird wenig Expertise im Bereich Sicherheit haben. Da seine Kompetenzen in ganz anderen Bereichen liegen, macht es für ihn auch aus wirtschaftlicher Sicht wenig Sinn, in diesen Bereich im großen Umfang Ressourcen zu investieren. Das machen Sicherheitexperten wie Infineon.

Wir helfen dem Gerätehersteller, Sicherheitsrisiken für seine Anwendung zu erkennen, und stellen ihm passende Komponenten zur Verfügung. Einfach gesagt, bekommt er 30 Jahre Security-Erfahrung in kompakter Chip-Form, plus die entsprechende Software. Damit lässt sich die Sicherheitslösung einfach und kosteneffizient integrieren und die Gefahr von fehlerhaften Implementierungen minimieren. Wir helfen ihm auch, die Kaffeemaschine an die Cloud anzubinden und sie beispielsweise bei Amazon Web Services einfach und richtig gesichert zu authentifizieren.

Unsere Kunden profitieren aber nicht nur von unserer Erfahrung. Wir investieren auch fortlaufend in Forschung und Entwicklung und partizipieren an der Definition von Industriestandards. Wir haben immer mögliche Angriffsszenarien und potenzielle Sicherheitslücken von morgen im Blick. Denken Sie etwa an Quantencomputer. Es ist davon auszugehen, dass der Hersteller nicht weiß, dass diese Rechner für bestimmte Kryptografiealgorithmen ein großes Problem darstellen werden. Also werden wir dafür sorgen, dass er in fünf oder mehr Jahren einen Chip bekommt, der mit Algorithmen ausgestattet ist, die der Rechenleistung von Quantencomputern standhalten können.

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1. »Die Marktdynamik zum Laufen bringen«
2. "Wir brauchen Regularien und verbindliche Vorgaben"
3. Botnet ist ein Problem für alle
4. Voraussetzungen für Digitalisierung

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