Interview mit Marcel Kuba, Spansion »Die Marke Spansion wird bleiben«

Marcel Kuba am Stand von Spansion
Marcel Kuba am Stand von Spansion

Spansion und Cypress haben im Dezember 2014 bekanntgegeben, dass sich beide Unternehmen zusammenschließen werden und Cypress alle Geschäftsanteile von Spansion übernehmen wird. Die Auswirkungen der Fusion auf den europäischen Automobilmarkt erklärt Marcel Kuba, Director Field Application Engineering bei Spansion.

Welche Auswirkungen hat der Merger zwischen Cypress und Spansion auf den europäischen und insbesondere den deutschen Automobilmarkt? Was wird sich ändern?

Marcel Kuba: Im Rahmen des geplanten Zusammenschlusses gehen wir davon aus, dass die Kunden mehr aus einer Hand erhalten. Denn hier verschmelzen ein führendes Unternehmen im Speicherbereich und einer der zehn größten MCU-Anbieter der Welt. Im Tagesgeschäft ändert sich für Kunden und Anwender nicht viel – die Marke Spansion wird bleiben, ebenso wie die Ansprechpartner, die Qualität und der Service. Wir können dadurch auch wichtige und wertvolle Synergien heben. Spansion ist seit der Fujitsu-Akquisition ein Systemanbieter, mit einem Komplettangebot in den Bereichen Flash, MCU, Analog und Software. Im Automotive-Segment bedienen wir vor allem die Bereiche Infotainment, Clusteranwendungen, ADAS, Bodyelektronik, HMI, Chassis, Energiemanagement und Antriebsstrang. Cypress bietet ebenfalls Lösungen in den Bereichen HMI, Infotainment, Bodyelektronik und Antriebsstrang und darüber hinaus im Bereich Diagnose und Ereignisdatenspeicher. Wir werden nach dem offiziellen Closing mehr Einzelheiten bekanntgeben.

Welche Highlights bringt Spansion zur embedded world für Automotive mit?

Wir kündigen den ersten RAM-Speicher mit HyperBus-Interface an, ergänzend zu unserem HyperFlash-Memory. Mit dem HyperRAM lassen sich Subsysteme für SoC und Mikrocontroller einfacher und kosteneffizienter entwickeln. Denn nun kann man Flashspeicher und RAM mit ein und demselben Memory-Controller verbinden. Dank HyperBus benötigt man dafür lediglich 12 Pins und kann dennoch einen hohen Datendurchsatz von bis zu 333 MB/s erreichen. Das ermöglicht schnelles Booten, hohe Grafik­auflösungen und Real-Time XiP. Auf der Messe zeigen wir auch unsere erste Traveo-Grafik-MCU in Aktion – besonders in Kombination mit HyperFlash bietet diese ja eine effiziente und kompakte Lösung für hybride Instrument-Cluster. Demonstriert wird auch die nächste Generation der CAN-Kommunikation – CAN FD. Diese Schnittstelle ist in allen Traveo-MCUs verbaut.

Welche Bedeutung hat die embedded world für Spansion?

Die embedded world hat für uns eine sehr große Bedeutung. Sie ist eine der wichtigsten Entwicklermessen für Embedded-Systeme in Deutschland und Europa, und wir nutzen hier die Möglichkeit, in kurzer Zeit alle wichtigen Kunden und Partner zu treffen und uns auszutauschen, aber auch, um uns über die neuesten Trends zu informieren.

Welche Trends sehen Sie im (Automotive-) Speicherbereich?

Das kommt darauf an, welchen Markt man bedient. Bei den externen Flash-Speichern wächst der Bedarf nach größeren Speichern im Infotainment- und Clusterbereich enorm. Das liegt an den gestiegenen Erwartungen der Endkunden an Displayauflösung und Grafiken, intuitiven Bedienelementen und Vernetzung. Hier geht es also um mehr Speicher und schnellen Datendurchsatz. Je nach Applikation wird man eine Mischung aus NOR, NAND und eMMC sehen. Im Bereich der Fahrerassistenzsysteme (ADAS) wiederum sind kleinere Dichten, höhere Temperatur, schnelle Interfaces und die Erfüllung der Anforderungen der funktionalen Sicherheit wichtig.

Bei Embedded-Speichern auf den MCUs geht der Trend in den Anwendungen hin zu mehr Performance, größerer Speicherdichte, höher performanten Grafik-Engines für größere Displays, zum Beispiel bei Dashboards, aber auch Klimaanlagen oder anderen Anwendungen der Bodyelektronik. Im High End beispielsweise im Bereich der Steuerung von elektrischen Antrieben, eine Applikation, die auch von der Traveo-Familie bedient wird, geht es hier in Richtung Multi-Core-Lösungen. Mit dem autonomen Fahren und der zunehmenden Vernetzung sind natürlich auch die Themen Safety und Security ein Dauerbrenner. Im Speicher- und auch im MCU-Bereich beschäftigen wir uns damit. Vor allem die Einbettung sicherheitskritischer Abläufe in Hardware, wie wir es bereits seit über 20 Jahren tun, wird immer wichtiger werden. Hier können die Kunden auf unser Know-how zurückgreifen.
 
Spansion auf der embedded world 2015: Halle 4A, Stand 511