ZVEI Deutscher Markt für elektronische Komponenten rückläufig

Der deutsche Markt für elektronische Komponenten wird im laufenden Jahr um gut drei Prozent auf ca. 16,8 Mrd. Euro zurückgehen, prognostiziert  Kurt Sievers, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Electronic Components and Systems
Der deutsche Markt für elektronische Komponenten wird im laufenden Jahr um gut drei Prozent auf ca. 16,8 Mrd. Euro zurückgehen, prognostiziert Kurt Sievers, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Electronic Components and Systems

Der deutsche Markt für elektronische Komponenten wird im laufenden Jahr um gut drei Prozent auf ca. 16,8 Mrd. Euro zurückgehen, prognostiziert der ZVEI-Fachverbands Electronic Components and Systems. Größter Abnehmer ist die Kfz-Industrie mit einem fast schon ungesunden Anteil.

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Marktzahlen für elektronische Komponenten in Deutschland und weltweit

Marktzahlen für elektronische Komponenten in Deutschland und weltweit

Ruhte der deutsche Markt für elektronische Komponenten im letzten Jahrtausend noch auf vier, später auf drei Schultern, hat der Strukturwandel dazu geführt, dass daraus nur noch eineinhalb Schultern wurden. Mit einem Anteil von 44 Prozent am deutschen Gesamtmarkt für elektronische Komponenten nimmt die Kfz-Industrie eine schon fast ungesunde dominante Stellung ein, gefolgt von der Industrielektronik mit 26 Prozent und der rückläufigen Datentechnik mit 18 Prozent. Kaum eine Rolle spielt die früher starke Telekommunikation und die Konsumelektronik.

Kurt Siever, Vorstandvorsitzender des ZVEI-Fachverbands, sieht diese Entwicklung kurzfristig als nicht so dramatisch: »Lieber ein starkes Standbein, als mehrere schwache.« Und auch wenn in Deutschland im Kfz-Bereich gerade eine Rabattschlacht und negative Schlagzeilen vorherrschen, bedeute dies nicht, dass im nächsten Jahr die einheimische Kfz-Industrie rückläufige Tendenzen aufweise. »Das Auslandsgeschäft, speziell in China und den USA entwickelt sich sehr gut, weshalb wir davon ausgehen, dass wir keinen Einbruch dieses starken Abnehmer-Marktes sehen.«

Im Gegenteil: Für das kommende Jahr erwartet der ZVEI ein Wachstum des deutschen Marktes für elektronische Komponenten von einem halben Prozent auf einen Umsatz von 16,9 Mrd. Euro. »Das Jahr 2010 war geprägt von einer starken Erholung mit über 40 Prozent Wachstum. Nach einem moderaten Anstieg der Umsätze im vergangenen Jahr um knapp drei Prozent und einem erwarteten Rückgang um gut drei Prozent im laufenden Jahr, werden die Märkte für elektronische Komponenten im kommenden Jahr nur wenig Dynamik zeigen«, so Sievers. »Die Staatsschuldenkrise im Euroraum hat sich im laufenden Jahr negativ auf die deutsche Wirtschaft und damit auch auf den deutschen Halbleitermarkt ausgewirkt. Für das kommende Jahr gehen wir davon aus, dass sich der Euroraum erholt – wenn auch langsam.«

Der Weltmarkt für elektronische Komponenten wird im laufenden Jahr auf US-Dollar Basis um knapp zwei Prozent auf 460 Mrd. US-Dollar zurückgehen. In Europa wird er auf US-Dollar Basis um acht Prozent auf einen Umsatz von gut 59 Mrd. US-Dollar schrumpfen. Einzig die Region Asien/Pazifik kann den Umsatz des Vorjahres halten, schätzen die Experten des ZVEI.

Der Weltmarkt für elektronische Bauelemente wird im Jahr 2013 um rund vier Prozent auf 480 Mrd. US-Dollar zulegen. Der europäische Markt wird mit gut einem Prozent Wachstum einen Umsatz von rund 60 Mrd. US-Dollar erreichen und dabei nach wie vor von der Schwäche im Euroraum belastet sein. Die Region Asien/Pazifik wird mit einem Plus von rund sechs Prozent erneut überdurchschnittlich wachsen, gefolgt von Amerika mit einem Plus von drei Prozent und Japan mit einem Plus von zwei Prozent.