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Thalia Design Automation

»Reuse von Analog-IP lohnt sich«

16. November 2020, 16:44 Uhr   |  Iris Stroh


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Weitere Zusammenarbeit mit Firmen möglich...

Thalia hat vor Kurzem eine Partnerschaft mit Dolphin Design angekündigt. Was steckt dahinter?

Dolphin Design ist ein IP-Design-Haus in Frankreich, das sich auf die Bereiche PMIC und Audio konzentriert. In der Zusammenarbeit mit Dolphin ging es darum, das Problem zu lösen, dass der Markt einerseits neues IP fordert, andererseits das bestehende IP auch weiterentwickelt werden muss. Dolphin, wie jedes andere Unternehmen auch, verfügt nur über beschränkte Ressourcen, also hätten sie sich entscheiden müssen, in welchen Bereich sie ihre Ressourcen stecken – Neuentwicklung oder IP-Reuse. Oder sie hätten ihre Ressourcen deutlich aufstocken müssen, um beide Richtungen zu bedienen. Durch die Zusammenarbeit mit uns konnte Dolphin neues IP entwickeln und das bestehende IP mithilfe unserer Reuse-Plattform zu einem Portfolio ausbauen, das auf neue Marktbedürfnisse zugeschnitten ist. So konnte Dolphin in den letzten 12 bis 15 Monaten über 16 IPs ausliefern. Dolphin kann also heute einen größeren Markt adressieren, ohne dass das Unternehmen seine internen Ressourcen ausbauen musste.

Gibt es Überlegungen, die eigene IP-Reuse-Plattform beispielsweise auch über Anbieter wie Synopsys anzubieten?

Ja. Wir haben auch schon Diskussionen mit Anbietern jenseits von Cadence geführt, einschließlich Synopsys. Unsere Technologie basiert zwar auf Cadence, aber mit der zunehmenden Verbreitung von Open Access Frameworks ist auch eine Zusammenarbeit mit Kunden möglich, die einen Entwicklungs-Flow von Synopsys oder Mentor verwenden.

Viele Foundries erstellen und liefern jetzt Design Kits, die Open Access unterstützen. Somit bewegt sich das ganze Ökosystem auf ein Setup zu, bei dem die Interoperabilität von Design-Daten und -Technologien möglich ist.

Wer sind Ihre Kunden?

Wir konzentrieren uns bislang weitgehend auf Europa, planen aber, im nächsten Jahr in die USA zu expandieren. Neben Dolphin arbeiten wir seit einigen Jahren mit Catena, jetzt NXP, zusammen; diese Unternehmen sind derzeit unsere zwei wichtigsten Kunden. Wir haben aber auch schon mit Halbleiterherstellern in Deutschland und Österreich zusammengearbeitet.

Thalia führt auch eine Analyse der Prozesstechnologie durch.

Ja, die Analyse ist in zwei Phasen notwendig bzw. von Vorteil.
Erstens, wenn es darum geht, herauszufinden, wie viel Aufwand ein IP-Reuse mit sich bringt. Um hier richtig zu planen, muss man wissen, ob es überhaupt machbar ist, das IP auf eine neue Technologie/Knoten zu portieren. Man muss sich die Kosten, den Aufwand und die Durchführbarkeit genau ansehen. Denn wenn die Eigenschaften der verschiedenen Prozessknoten sehr unterschiedlich ausfallen, müssen viele Arbeiten an der Schaltung neu durchgeführt werden. Damit steigen die Kosten und der Aufwand. Wir können unseren Kunden aber helfen, diesen Aufwand zu verringern und eine Abschätzung erstellen, die die wichtigsten Unterschiede in den Technologien und die Auswirkungen aufzeigt.

Zweitens: Die Analyse kommt außerdem noch zum Tragen, wenn die eigentlichen Schritte, die notwendig sind, um IP wiederzuverwenden, durchgeführt werden. Bei jeder Migration von IPs oder Chips funktionieren einige der Schaltkreise nicht mehr, beispielsweise aufgrund von unterschiedlichen BSIM-Parametern (BSIM: MOSFET-Modelle). Der erste Schritt, um den Ausfall einer Schaltung zu beheben, besteht darin, den Auslöser für den Ausfall zu verstehen, und auch hier ist es wichtig, die Technologie mit einzubeziehen. Sobald Sie die Ursache des Problems verstanden haben, kann eventuell auch eine Lösung gefunden werden.

Der Aufwand dauert typischerweise drei bis vier Wochen. Am Ende steht dem Kunden ein Bericht mit der Analyse und Vorschlägen zur Verfügung. Kunden können mit uns während des gesamten Prozesses zusammenarbeiten, aber sich auch nur für die Technologieanalyse mit uns in Verbindung setzen.

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