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ZVEI auf der electronica 2020

Corona bremst Marktentwicklung in Deutschland überproportional

10. November 2020, 12:50 Uhr   |  Gerhard Stelzer

Corona bremst Marktentwicklung in Deutschland überproportional
© electronica | ZVEI

Die traditionelle Pressekonferenz des ZVEI auf der electronica fand diesmal in virtuellem Format statt (i.Uzs. Karen Baumgarten, ZVEI; Christoph Stoppok, GF Fachverband und Johann Weber, Vorsitzender des Fachverbands).

Auf der virtuellen electronica 2020 gaben Johann Weber, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands PCB and Electronic Systems, und Christoph Stoppok, Geschäftsführer des Fachverbands, einen Marktüberblick über das Corona-Jahr 2020: Europa und Deutschland verlieren Boden gegenüber USA und China.

Der Markt für elektronische Bauelemente ist in Deutschland und Europa stark rückläufig, teilte der  der ZVEI im Rahmen der virtuellen electronica 2020 mit. »Der deutsche Markt für elektronische Bauelemente wird zum Jahresende 2020 einen Rückgang von gut 14 Prozent aufweisen und mit einem Umsatz von 17 Mrd. Euro nur das Umsatzniveau von 2013 erreichen«, prognostizierte Johann Weber, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands PCB and Electronic Systems, anlässlich der virtuellen Messe electronica.

»Die Corona-Krise verursacht im Markt der elektronischen Bauelemente erhebliche Verwerfungen«, erklärte Weber. »Hinzu kommt, dass politische Ereignisse wie der Handelskonflikt zwischen den USA und China, der bevorstehende ungeregelte Brexit und die Krisen im Nahen Osten zu großen Verunsicherungen führen.« Für den europäischen Markt ergebe sich 2020 daher ein ähnliches Bild wie für die inländischen Märkte. »Es wird ein Rückgang von gut 14 Prozent auf einen Umsatz von 47,3 Milliarden Euro erwartet«, fuhr der Fachverbandsvorsitzende fort.

Johann Weber, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands PCB and Electronic Systems: »Der deutsche Markt für elektronische Bauelemente wird zum Jahresende 2020 einen Rückgang von gut 14 Prozent aufweisen und mit einem Umsatz von 17 Mrd. Euro nur das Umsatzni
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Johann Weber, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands PCB and Electronic Systems: »Der deutsche Markt für elektronische Bauelemente wird zum Jahresende 2020 einen Rückgang von gut 14 Prozent aufweisen und mit einem Umsatz von 17 Mrd. Euro nur das Umsatzniveau von 2013 erreichen«.

Starke Halbleiternachfrage lässt Weltmarkt wachsen

Der Weltmarkt werde allerdings das Vorjahresniveau mit einem Umsatz von knapp 590 Mrd. US-Dollar erreichen, was auf die starke Nachfrage nach Halbleiter-Bauelementen, mit einem Anteil von gut 72 Prozent am Weltmarkt, zurückzuführen sei. Diese werden um etwa 3 Prozent auf einen globalen Umsatz von 424 Mrd. Euro zulegen können. »Diese Entwicklung hängt zum einen mit dem Aufbau der 5G-Basisstationen, in denen viele Halbleiter verbaut werden, zusammen. Und zum anderem liegt sie an der starken Nachfrage im Consumer-Bereich, die auf den Anstieg von mobiler Arbeit mit Smartphones und Laptops zurückzuführen ist«, so Weber. Darüber hinaus seien die zunehmende Nutzung regenerativer Energien und die steigende Elektrifizierung im Automobilbereich Gründe für den erwarteten Umsatz.

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China mit Rekord-Marktanteil, Europe mit Rekord-Minus

Auch in der Entwicklung der Weltregionen spiegelt sich der erwartete hohe Bedarf an Halbleiter-Komponenten wider: So wird für die Märkte der elektronischen Bauelemente in Amerika mit einem Anstieg von gut 11 Prozent auf einen Umsatz von 114 Mrd. US-Dollar im Jahr 2020 gerechnet. China wird das Umsatz-Vorjahresniveau erreichen und einen Rekord-Anteil von gut 37 Prozent am Weltmarkt für elektronische Bauelemente erzielen, so die Prognose. Den stärksten Rückgang wird laut Weber die Region Europa mit minus 12 Prozent auf 54 Mrd. US-Dollar und einen Anteil von gut neun Prozent verbuchen müssen. Es folgt Japan, das etwa fünf Prozent auf 51 Mrd. US-Dollar mit einem Anteil von knapp 9 Prozent an Umsatz verliert.

Auf die Frage, warum denn andere Regionen wie die USA und China erheblich besser da stehen als Europa, erklärte Weber, dass man sich dazu die Domänen der Länder  anschauen müsse. In Europa hätten wir massive Einbrüche in der Automobilindustrie und der Luftfahrt, während der Boom in der Medizintechnik und Datentechnik und insbesondere der Aufbau von 5G-Mobilfunk anderen Weltregionen zu Gute komme.

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