Halbleiterstandort Europa Ausverkauf und Neuanfang der Qimonda-Fabs

Qimonda hatte zwei große Fertigungsstätten in Europa. Während die Dresdner Frontend-Fab unter den Hammer kam, ist die portugiesische Backend-Fab als neues Unternehmen gestartet.

Eine Bericht der »Sächsischen Zeitung« zufolge sind während der Insolvenzverwaltung durch Michael Jaffé, Maschinen und Büroeinrichtung für bereits 110 Mio. Euro aus dem Dresdner Werk verkauft worden. Das sind zwar erst 25 bis 30 Prozent der gesamten Maschinen dort, allerdings würden durch die Belebung des Halbleitergeschäfts zunehmend auch ältere Maschinen verkauft. Derzeit erlebt gerade die DRAM-Industrie einen gewaltigen Aufschwung.

Portugal

Die ehemalige Qimonda-Fab in Portugal läuft seit dem 11. Februar als komplett neues Unternehmen unter dem Kunstbegriff »Nanium«. Anteilshaber sind mit je 41,06 Prozent die beiden größten portugiesischen Privatbanken die Banco Espírito Santo und die Banco Comercial Português. Die restlichen knapp 18 Prozent hält der Staat. Derzeit sind dort 380 Mitarbeiter beschäftigt, später sollen es einmal 770 werden. Zu Qimonda-Zeiten waren es rund 2000 Mitarbeiter.

Wie sich das neue Unternehmen auf dem Markt aufstellen will, darüber gibt man sich noch bedeckt. Offiziell gibt Nanium bekannt, dass weiter DRAMs getestet und verhäust werden sollen. Welche Hersteller diesen Service in Anspruch nehmen ist unklar, da es seit dem Ende von Qimonda keine europäischen DRAM-Fertiger mehr gibt.

Möglicherweise könnte Nanium zu einem Dienstleister für verschiedene ICs werden, denn neben dem Test und der Verhäusung von DRAMs sollen auch »andere Produkte« dazukommen. Außerdem will Nanium Ingenieur- und Labor-Dienstleistungen anbieten.