Interview mit ARMs CTO Mike Muller »ARM.com läuft auf ARM-Servern«

ARMs Gründer und CTO Mike Muller (links) traf D&E-Chefredakteur Frank Riemenschneider zum Exklusivinterview
ARMs Gründer und CTO Mike Muller (links) traf D&E-Chefredakteur Frank Riemenschneider zum Exklusivinterview

Nachdem ARM im Mobilgeräte-Bereich einen Marktanteil jenseits der 90 % erreicht hat, ist das Internet der Dinge (IoT) der nächste große Bereich, in welchem Low-Power-IP gefragt ist. CTO und Firmengründer Mike Muller erklärte der DESIGN&ELEKTRONIK im Exklusivinterview ARMs zukünftige Pläne.

Herr Muller, Ihr Umsatzanteil im Embedded-Bereich wächst auf mittlerweile 40 %, während Mobilgeräte »nur noch« für 42 % stehen. Wird ARM in der Zukunft zur Embedded-Firma?

Mike Muller: (lacht) Nein, das Wachstum im Mobilgeräte-Bereich hat sich in der Tat verlangsamt, aber es findet nac wie vor statt. Wir ergänzen unser Angebot durch neue IP und Services. Insofern haben Sie Recht, wenn Sie sagen, ARM ist keine Handy-Firma mehr.

Nichtsdestotrotz habe ich den Eindruck, dass gerade eine riesige Cortex-M-Welle rollt, dafür spricht ja auch, dass Ihre Lizenzeinnahmen erstmals von den Royalities überholt wurden. Glauben Sie, dass sich dieser Trend fortsetzen wird? 

Muller: Ich denke schon.

Ihre Umsatzrendite ist mit über 50 % nicht nur extrem hoch, sondern steigt auch jedes Jahr weiter. Vernachlässigen Sie Ihre Investitionen zu Gunsten von Gewinnen und Ausschüttungen an Ihre Investoren?

Muller: Nein, definitiv nicht. Sie werden lachen, aber wir haben die Gewinnerwartungen unterboten und erst vor kurzem auf unserem Analysten-Tag erklärt, dass wir noch mehr z.B. in Services und Netzwerke investieren wollen. Unsere Investoren denken zum Glück langfristig und kaufen eine Story der Zukunft.

Die Durchschnittspreise für Mikrocontroller sinken immer weiter. Ist dadurch ARMs Wachstum limitiert?

Muller: Nein, denn geringe Preise heißen auch mehr verkaufte Einheiten. Wir sehen einen immer stärkeren Übergang von 8- und 16-bit-MCUs zu unserer 32-bit-Architektur. Bei den Applikationsprozessoren sehen wir den Übergang zu unserer 64-bit-Architektur ARMv8, was mehr Umsatz pro Chip bedeutet. Unser Wachstum kann somit weitergehen (lacht).