Gibt es die perfekte Anzeige?

Anzeigenwerbung wirkt. Aber nicht alle Motive wirken gleich gut. Über 500 Anzeigenmotive werden jährlich bei den Fachmedien Markt&Technik, Elektronik, Elektronik automotive, DESIGN&ELEKTRONIK und Computer&AUTOMATION hinsichtlich ihrer Werbewirkung untersucht. Die Tools reichen vom klassischen Copytest, der Variante Wirkungs- und Resonanzanalyse bis zum Eye Tracking mit der Augenkamera und dem Ad Award.

Auch wenn die Anzeigenmotive so individuell sind wie die beworbenen Produkte und die Anbieter, lassen sich dennoch einige Leitlinien für erfolgreiche Werbung ableiten. next! beantwortet FAQs, um Anzeigen noch besser zu machen und mehr über ihre Wirkung zu erfahren.

Werden alle Anzeigenelemente gleich lange beachtet?

Natürlich nicht! Interessant ist: Je früher der Blick auf ein einzelnes Motivelement fällt, desto größer ist dieser Anteil an der gesamten Betrachtungsdauer. Das bedeutet, am Anfang der Betrachtung eines einzelnen Motivs nehmen wir uns für die Elemente mehr Zeit. Am Ende, also kurz vor dem Umblättern, bleibt weniger Zeit für einzelne Bildelemente.

Wo soll das Logo platziert werden?

Das Logo soll so früh wie möglich in den Aufmerksamkeitsverlauf integriert werden. Es schadet auch nicht, das Logo mehrmals auf einem Motiv zu platzieren. Noch ein Tipp: die Logoabbildung auf dem beworbenen Produkt wird den Eye Tracking-Studien zu Folge immer besonders gut wahrgenommen.

Ist weniger mehr?

Generell gilt: Je mehr Elemente auf einer Anzeige sind, desto geringer sind die einzelnen Aufmerksamkeitsanteile. Die Zeit für die Beachtung einer einzelnen Anzeige liegt im Sekundenbereich. Da ist es besser, die kurze Dauer intensiv zu nutzen.

Schauen auch Ingenieure auf die Oberweite von Models in Anzeigen?

Ja, der Bildungsstand und die berufliche Position haben keinen messbaren Einfluss auf die Wahrnehmung bildlicher Reize.

Lesen Männer anders als Frauen?

Männer sind generell kritischer bei der direkten Abfrage. Tatsächlich jedoch verhalten sich beide Geschlechter im unbewussten Verhalten ähnlich. Das bedeutet, dass die Werbewirkung bei beiden Geschlechtern nicht signifikant abweicht.

Zählt die Anzeigengröße?

In der Regel erzielen größere Anzeigenmotive mehr Aufmerksamkeit. Besonders von führenden Unternehmen erwarten die Kunden oft eine entsprechende Werbepräsenz mit großformatigen Anzeigen. Die absolute Anzeigenbeachtung wächst proportional mit der Formatgröße. Dennoch lassen sich auch mit gut gemachten Halb- oder Drittelseiten-Motiven sehr gute Werte bei der Beachtungsintensität von Produkt und Logo erzielen. Der Platzmangel kann dabei sogar bei der Gestaltungein Vorteil sein. Denn zu langer oder garlangweiliger Fließtext ist hier per se nicht möglich. Es fehlt einfach die Fläche dazu. So müssen die Kreativen und Texter sich auf das Wesentliche konzentrieren.

Links oder rechts?

Zwischen linker und rechter Seite gibt es schon einen Unterschied. Dies liegt daran, dass beim Umblättern Anzeigen auf der rechten Seite mehr beachtet werden. Deshalb ist die überwiegende Mehrheit von über 80 Prozent der untersuchten Anzeigen rechts platziert. Vielleicht sollte man gerade deshalb einmal versuchsweise auf die andere Seite gehen.