„Für mich zählen die positiven Seiten“

next!, der Media-Informationsdienst der Herzen, berichtet nicht nur für, sondern auch über Mediaentscheider. Wir sind ja unter uns. Diesmal stellt next! ganz persönliche Fragen an Dirk Hartmann, Marketingleiter bei Elektronik-Systeme LAUER.

next!: Herr Hartmann, Sie arbeiten in Unterensingen. Wo liegt das?
Dirk Hartmann: Ganz einfach, zwischen Oberboihingen und Köngen. Wem das noch nichts sagt, etwa 30 Kilometer südöstlich von Stuttgart am Rande der Schwäbischen Alb. Ehrlich gesagt, ich wusste bis zu meinem Umzug hierhin auch nichts darüber. Mittlerweile genieße ich die Idylle im kleinen Örtchen am Neckar. Im Übrigen besitzt Unterensingen die größte Seerosenzucht Europas und im September wurden die Inline-Alpin-Europameisterschaften hier ausgetragen. Sie sehen, da geht schon was.

next!: Sie verbrachten Ihren letzten Urlaub in Kanada. Wie war es?
Dirk Hartmann: Wie man es sich auf Postkarten und Reiseberichten vorstellt: Einfach grandios. Raue Küstenabschnitte, idyllische Fischerdörfer und farbenprächtige Wälder haben uns jeden Tag aufs Neue beeindruckt. Sehr amüsant war dann auch die Frage einiger Kandier: „Are you Leafpeeper“. Und wir mussten irgendwann überzeugt zugeben: „Yes, we are.“ Die „Blättergucker“ (wir auch) standen sehr häufig an den extra eingerichteten „Scenic Views“ und fotografi erten bis die Linse glüht. Die überwältigende Farbenvielfalt der kanadischen und ostamerikanischen Wälder ist schon einzigartig und für jeden Naturfreund absolut empfehlenswert.

next!: Wenn man den Namen „Dirk Hartmann“ bei Wikipedia eingibt, findet man darunter zwei Namensvettern von Ihnen, einer ist ein „zeitgenössischer Philosoph“, der andere eine ehemaliger Fußball-Profi. Welchem Beruf fühlen Sie sich emotional näher?
Dirk Hartmann: Als ehemaliger Amateurkicker mit 20 Jahren Fußball in den Knien und Anhänger von Borussia Dortmund fällt mir die Antwort leicht. Die „Liebe zur Weisheit“ ist mir (noch) nicht zuteil geworden.

next!: Bedauern Sie als passionierter Tennisspieler, dass dieser tolle Sport inzwischen in der öffentlichen Wahrnehmung zur Randsportart mutiert? 
Dirk Hartmann: In keinster Weise. Für die noch Aktiven bedeutet dies in den Sommermonaten: ohne Wartezeiten auf der Anlage spielen zu können. Und da meine Altersklasse in den Vereinen mittlerweile das Gros bildet, gibt es genügend gegnerische Mannschaften, mit denen man sich messen kann. Einzig die Tatsache, dass Wimbledon nur noch im Pay-TV zu empfangen ist, finde ich betrüblich.

next!: Ganz ehrlich, beim Wimbledon-Finale ´91 haben Sie da eher zu Boris „Bobbele“ Becker oder zu Michael „Kuck mal Konica“ Stich gehalten? Das war ja damals für Tennisfans schon fast eine Glaubensfrage.
Dirk Hartmann: Ich weiß es gar nicht mehr. Einerseits war der Kampfgeist eines Boris Beckers immer sehr unterhaltsam und ist auch meinem sportlichen Auftritt (damals beim Fußball und jetzt im Tennis) sehr ähnlich. Auf der anderen Seite war es für jeden Tennis-Begeisterten ein Genuss, den Michael Stich in seiner entspannten und ästhetischen Art spielen zu sehen. Alles in Allem war es bestimmt für ganz Tennis-Deutschland ein Highlight, das leider schon viel zu lange zurückliegt.

next!: Stellen Sie sich vor, Sie spielen mit einem guten Kunden eine Partie Tennis. Und er schreit mehrmals bei Ihren Bällen „Out“, obwohl sie ganz klar im Feld waren. Wie verhalten Sie sich?
Dirk Hartmann: Hängt vom Spielstand ab. Bei einer dezenten Führung meinerseits gehe ich gelassen darüber hinweg. Ist das Match enger, werde ich durch solche Aktionen eher motiviert. Ansonsten hilft oft, einfach mal einen Stopp einzustreuen, den kann man nicht so leicht „Aus“ geben.
  
next!: Eine andere sportliche Leidenschaft teilen Sie mit dem Chefredakteur der Computer&AUTOMATION Meinrad Happacher – das Gleitschirmfl iegen. Wie beschreiben Sie Ihre Eindrücke von Ihrem ersten Flug, das erste Mal alleine in der Luft ohne Boden unter den Füßen?
Dirk Hartmann: Das „erste Mal“ liegt bereits mehr als 20 Jahre zurück. Die Erinnerung daran ist deshalb etwas verblasst. Allerdings habe ich nach zwölfjähriger Pause im letzten Jahr das Paragliden für mich wiederentdeckt und muss gestehen, es ist immer wieder „geil“. Schauen Sie mal in die Augen eines Schnupperkursteilnehmers, der am Sonntagnachmittag nach zwei Stunden Training erstmalig drei Meter in der Luft schwebt und sicher auf seinen Füßen landet. So sieht pure Lebensfreude aus.
Herr Happacher, vielleicht klappts ja mal mit einem gemeinsamen Flugtag am Tegelberg?

next!: Seit 1991 wird das „Unwort des Jahres“ ermittelt. Wie lautet Ihr persönliches Unwort des Jahres?
Dirk Hartmann: Ich habe keines. Für mich zählen eher die positiven Seiten.
 
next!: Aus welcher Region bzw. Stadt kommt Ihr Lieblings-Tatort? Und warum?
Dirk Hartmann: Gehört mittlerweile nicht mehr zu meiner Abendunterhaltung. Ab und an schaue ich mir jedoch die alten Schimanski-Folgen an. Die hatten immer einen gewissen Touch, der mir gefiel. Vielleicht auch weil ich selbst aus dem Ruhrpott (Hamm in Westfalen) komme.
  
next!: Wie lautet Ihr Lieblingswitz?
Dirk Hartmann: Kommt ein Mann zum Arzt. ...Den Rest hab’ ich vergessen.

Das Interview führte Matthäus Hose
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