Wind River: »Multicore steht noch ganz am Anfang«

Wind River: »Multicore steht noch ganz am Anfang«

Woher kommt es dann, dass Wind River so spät dran ist mit seiner Virtualisierungstechnik? Andere Firmen haben das schon vor ein, zwei Jahren vorgestellt.

Lassen Sie es mich so ausdrücken: Wir wollen nicht das Versuchskaninchen sein, aber wir gehen mit dem Markt. Sehen Sie sich doch mal die Firmen an, die ihr Virtualisierungsprodukt vor ein oder zwei Jahren herausgebracht haben - die verkaufen doch nichts. Der Markt war zu diesem Zeitpunkt noch nicht so weit. Wir entwickeln unsere Technologie zeitgerecht und bringen sie jetzt heraus, weil wir glauben, dass der Markt jetzt aufnahmefähig dafür ist. Wenn man sich den Markt für Gerätesoftware ansieht, dann ist der Einsatz von Virtualisierungstechnik noch sehr, sehr gering.

Wie sieht der Branchenmix Ihrer Kunden zurzeit aus?

Die Netzwerk-/Telecom-Ausrüster machen etwa 30 Prozent aus, Luftfahrt und Verteidigung tragen 25 Prozent zu unserem Umsatz bei, weitere 25 Prozent macht der Industriemarkt aus, der Automatisierung, Medizintechnik und Automobil-Steuergeräte umfasst. Die restlichen 20 Prozent gehen auf das Konto der Consumergeräte, bestehend aus Mobiltelefonen, Infotainmentgeräten fürs Auto und Bildverarbeitung in Form von Kameras, Kopierern, Videorekordern und Druckern.

Ist der »Glaubenskrieg« zwischen Linux und VxWorks bzw. den Echtzeit-Betriebssystemen inzwischen vorbei?

Ja. Linux und VxWorks ergänzen sich sogar gut. Wir haben genaue Analysen gemacht und ich kann sagen: Es gibt keine Kannibalisierung. Linux kann einfach mit einem unglaublich großen Bestand an Anwendungsprogrammen aufwarten. Es bietet sich einfach an, auf diesen Bestand zurückzugreifen und das mit eigenem Know-how zu ergänzen. In diesem Fall ist Linux die beste Wahl. Ein Echtzeit-Betriebssystem ist dagegen immer dann gefragt, wenn es um höchste Ansprüche bei der Codedichte geht, um minimalen Speicher-Footprint, um beste Skalierbarkeit, Sicherheit, Zuverlässigkeit.