Lizenzierungsmodelle für Software Unterschiede von freie Software, Open Source und FLOSS

Bild 1: Ein mit Ada programmierter »CubeSat« ist einer der wenigen dieser Minisatelliten, die noch funktionieren
Ein mit Ada programmierter »CubeSat« ist einer der wenigen dieser Minisatelliten, die noch funktionieren

Viele Unternehmen sperren sich gegen den Einsatz von Open-Source-Software. Dabei ist die gerade im Embedded-Bereich bei professionellen Systemen oft unverzichtbar. Allerdings darf man weder auch bei quelloffener oder kostenfreier Software auf die übliche Qualitätskontrolle verzichten.

von Dr. Robert Dewar, President von AdaCore, und Johannes Kanig, Senior Software Engineer bei AdaCore.

Quelloffene Software ist heutzutage erstaunlich präsent, denn ihr Anwendungsfeld reicht von Verkehrsflugzeugen über Herzschrittmacher bis hin zu Küchengeräten. Für viele Embedded Systeme sind Open-Source-Tools die einzig verfügbaren Entwicklungswerkzeuge, beispielsweise wenn Anwender die ARM-Technologie verwenden. Wer quelloffener Software nicht vertrauen wollte, würde bald in der Klemme stecken: Er dürfte nicht fliegen, nicht mit der Bahn oder mit dem Auto fahren, könnte kein Geld am Automaten abheben und nicht einmal den Computer einschalten, da selbst ein hochproprietäres System wie Windows noch einige Open-Source-Bestandteile enthält.

Dabei ist Open Source ein Begriff, der oft ganz verschieden verwendet wird, was mitunter irritieren kann. Denn dahinter verbergen sich zwei zwar im Kern verwandte, aber dennoch unterschiedliche Konzepte: Bei Open-Source-Software sind die Quellen verfügbar, und auch deren Entwicklungsmodell ist auf Offenheit ausgelegt. Demgegenüber konzentriert sich »Freie Software« auf die Freiheit des Benutzers, die Software zu untersuchen, zu verändern und wieder zu verbreiten.

Mit »kostenlos« haben beide Begriffe eigentlich nichts zu tun, auch wenn in der Praxis solche Software meist kostenlos verfügbar ist. Der Begriff »Freie Software« wurde von dem Programmierer und GNU-Aktivisten Richard Stallman geprägt, wobei er »frei« als Freiheit und nicht im Sinne von kostenlos versteht – das englische »free« erschwert diese Unterscheidung. Stallman spricht in diesem Zusammenhang von »Vier Freiheiten«: Die Freiheit

  • Software beliebig zu verwenden,
  • Software beliebig zu untersuchen,
  • Software beliebig zu teilen (kopieren) und
  • Software beliebig zu modifizieren und auch Modifikationen weitergeben zu können.