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Interview mit Christian Eder, Congatec

»Die Entwicklung läuft auf Hochtouren«

03. September 2020, 08:00 Uhr   |  Tobias Schlichtmeier


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Wie geht es weiter bei Congatec?

Mit der elften Core-Prozessorgeneration von Intel haben Sie die ersten COM-HPC-Module verfügbar gemacht. Jedoch gibt es die gleichen Prozessoren ebenso für COM Express. Wann sollte ein Entwickler auf COM-HPC wechseln?

OEMs sollten auf COM-HPC wechseln, wenn sie ein neues Design aufsetzen wollen oder die Schnittstellen nutzen möchten, die nicht auf COM Express verfügbar sind. Beim aktuellen Prozessor Launch der elften Core-Generation von Intel, die den Codenamen Tiger Lake UP3 trug, sind das vor allem USB 4.0-, 2,5 GbE-, SoundWire- und MIPI-CSI-Schnittstellen. Sie gibt es auf COM-Express-Modulen nicht, nun jedoch auf COM-HPC. Anwender, die künftig mehr oder noch leistungsfähigere PCIe- oder Ethernet-Schnittstellen bis hin zu 25 GbE benötigen, sollten ebenfalls COM-HPC bevorzugen. Zudem sollten Entwickler von Hochleistungs-Embedded-Systemen bedenken, dass sie ebenso einfacher nach unten skalieren können wenn sie lediglich einen Standard nutzen – alles also in COM-HPC umsetzen. Im Zuge der COM-HPC-Veröffentlichung wird zudem ein erweitertes Remote Management Interface verfügbar – viele gute Gründe für COM-HPC. Ansonsten gilt: Never change a running System. Für COM Express testen wir zudem einen neuen Konnektor, der ebenfalls bald verfügbar ist.

Noch eine Frage zur wirtschaftlichen Lage bei Congatec. Inwieweit spüren sie die Auswirkungen der Corona-Krise?

Da Computer-on-Modules nicht auf einzelne Branchen zugeschnitten sind, ist der Kundenkreis von Congatec recht breit aufgestellt. Es gibt Branchen, die unter der Krise leiden, was wir durch Projektverschiebungen spüren. Das wird für Congatec jedoch über den starken, Covid-19 bedingten Umsatzzuwachs in der Medizintechnik gut ausgeglichen.

Bringen Sie dieses Jahr noch neue Produkte auf den Markt?

Ja, die Congatec-Entwicklung läuft auf Hochtouren – wir werden neben dem aktuellen Tiger Lake Launch sicherlich bald weitere Produkte vorstellen. Die COM-HPC-Spezifikation ist sozusagen mit den ersten COM-HPC-Client Size-A-Modulen erstmals in realen Produkten verfügbar. Wir werden als Antreiber der »COM-HPC-Bewegung« selbstverständlich weitere Produkte auf den Markt bringen. Aber: Für die etablierten Modul-Formfaktoren und Single Board Computer (SBCs) gibt es ebenfalls bald einen Technologiesprung mit neuen CPUs.

Können Sie Ihre Kunden noch zuverlässig beliefern?

Die Covid-19-bedingte Situation bei Lieferanten und Fertigern und die starken Verschiebungen beim Bedarf in beide Richtungen – also hiervon mehr und davon weniger – waren eine Herausforderung. Mithilfe belastbarer Second-Source-Strategien sowie dem engen Kontakt und der partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit Kunden und Lieferanten konnten wir trotz allem unsere Lieferleistung auf einem sehr guten Niveau halten. Gerade in schwierigen Zeiten zeigt sich, wie gut eine Partnerschaft funktioniert.

Ein kurzer Ausblick: Was erwarten Sie sich noch von diesem Geschäftsjahr?

Alle Prognosen hängen von vielen externen Faktoren ab. Wenn sich die Lage von heute stabilisiert und sich sogar noch leicht verbessert, können wir zufrieden sein. Ein weiterer Lockdown hätte jedoch sicherlich merklichen Einfluss. Eine detailliertere Prognose kann ich dazu leider nicht abgeben.

Vielen Dank für das Gespräch Herr Eder.

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