Neuer MMC-Standard beschleunigt Systemstart

Die MultiMediaCard Association (MMCA) und die JEDEC haben die Version 4.3 des Embedded-MMC-Standards veröffentlicht.

In die aktuelle Version des Standards wurden zwei neue Funktionen aufgenommen, die für Geräteentwickler wichtig sind: das sog. "power-on boot" und ein "explicit sleep mode". Die Boot-Funktion sorgt dafür, dass der Host-Controller Boot-Code von der Speicherkarte lesen kann, ohne dass ein Treiber geladen werden muss. Neben der vereinfachten Programmierung bedeutet dies auch eine Beschleunigung des Systemstarts. Mit dem explicit sleep mode kann der Host-Controller einen Befehl an die Speicherkarte senden, der diese gezielt schlafen schickt. Damit kann der Stromverbrauch eines Systems gesenkt werden.
 
Der Speicherkarten-Standard MMC beschreibt Flash-Speicherkarten in mehreren Baugrößen, die vornehmlich in Mobiltelefonen zum Einsatz kommen. Der Embedded-MMC-Standard (eMMC) nutzt das gleiche elektrische Interface, jedoch kommt statt einer steckbaren Speicherkarte ein BGA-Baustein nach JEDEC-Spezifikation zum Einsatz. Die erste Version von eMMC war 4.2 vom Dezember 2006 - insofern ist die jetzt veröffentlichte Version die erste Aktualisierung.
 
Der Speicherkarten-Standard MMC beschreibt ein Interface, das die physikalischen Besonderheiten von NAND-Flash vor dem Programmierer verbirgt. Die Verwaltung der Speicherbausteine übernimmt ein Host-Controller, der vom Programmierer mit universellen Befehlen gesteuert wird. Um Details, wie blockweises Löschen, Fehlerbehandlung und die Besonderheiten von Single- und Multi-Level-Cells, braucht sich der Programmierer nicht zu kümmern.