»Schüler-Hackathon« der Universität Ulm Jugend hackt für eine sichere Welt

60 Nachwuchsprogrammiererinnen und -programmierer verbrachten ein Wochenende an der Universität Ulm.
60 Nachwuchsprogrammiererinnen und -programmierer verbrachten ein Wochenende an der Universität Ulm.

»Jugend hackt« an der Universität Ulm - und das ganz legal mit frei verfügbaren Daten. Bei dem Wettbewerb konnten junge Nachwuchsprogrammiererinnen und –programmierer alltagstaugliche Apps und digitale Werkzeuge entwickeln, um die Welt etwas sicherer zu machen.

Spannende Apps jeder Art waren das Ergebnis des Programmierwettbewerbs »Jugend hackt« der Universität Ulm. Eine App ermöglichet es Allergikern Pollen aus dem Weg zu gehen, eine andere ist eine technische Weiterentwicklung des Dosentelefons mit ungeahnter Reichweite. Oder wie wäre es mit einem sensorbasierten Schutz gegen Baumstammklau? Rund 60 Jugendliche nahmen an dem Wettbewerb teil. 20 Mentorinnen und Mentoren unterstützten die 12- bis 18-Jährigen beim tüfteln an Apps und anderen digitalen Werkzeugen. Außerdem hatten die Nachwuchsprogrammierer die Gelegenheit die Uni Ulm kennenzulernen: Sie inspizierten beispielsweise das »BioMotion Lab«, in dem Informatiker zur Bewegungs- und Handlungserkennung forschen, oder hörten Vorträge zur Hackerethik inklusive Datenschutz und Urheberrecht oder zum Projektmanagement.

Der Programmierwettbewerb richtet sich an Nachwuchstalente. Unter dem Motto »Daten, Räume und Köpfe öffnen!« bewiesen die Jugendlichen, dass »Hacker« nicht immer kriminelle Computerknacker sind. Stattdessen haben sie aus frei verfügbaren, legalen Daten alltagstaugliche Anwendungen mit gesellschaftlichem Mehrwert geschaffen. Die Veranstaltung »Jugend hackt« gibt es seit 2013 in Berlin. »Als wir gehört haben, dass die Ideengeber weitere Veranstaltungsorte suchen, haben wir sofort die Initiative ergriffen und »Jugend hackt Süd« im letzten Jahr an die Uni Ulm geholt«, berichtet Projektleiterin Juliane Wessalowski. Das Interesse war auch 2016 bei der zweiten Auflage des Hack-Camps groß. Insgesamt hatten sich mehr Jugendliche beworben als es Plätze gab.

Neben dem Programmieren ist viele Teilnehmern der Austausch mit Gleichgesinnten wichtig. Noch immer schwankt die Fremdwahrnehmung der Techniktalente zwischen Bewunderung und Nerd-Klischee. Die 18-jährige Nina aus Konstanz ist beispielsweise die einzige Schülerin im Informatikkurs und trifft oft auf Unverständnis, denn »viele Mitschülerinnen und Mitschüler wissen gar nicht, was Programmieren überhaupt ist.« Bereits im letzten Jahr hat die angehende Informatikstudentin bei »Jugend hackt« mitgemacht und mit ihrer Gruppe eine interaktive Anleitung für die Mailverschlüsselung erarbeitet. Sie durften die Anleitung sogar bei der Tagung »Chaos Communication Congress« in Hamburg vorstellen. Bei der zweiten Auflage des Hackathons arbeiteten Nina und ihre Mitstreiter an einer mobilen Anwendung, die die Weitergabe von Tagestickets für den öffentlichen Nahverkehr erleichtert.