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IBM und die Hannover-Messe

Auf dem Weg zur Digitalen Fabrik

13. April 2017, 08:56 Uhr   |  Joachim Kroll


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Die intelligente Fabrik

Spätestens an dieser Stelle kommt auch das Thema »künstliche Intelligenz« ins Spiel. In ihrer einfacheren Ausprägung bedeutet künstliche Intelligenz die Verarbeitung großer Datenmengen, um daraus – wie dargestellt – mögliche Muster und neue Zusammenhänge zu erkennen, also eine reine Datenanalyse. Die komplexere Form der künstlichen Intelligenz stellt das maschinelle Lernen dar. Hierunter fallen Anwendungen wie z.B. die Verarbeitung und das Verstehen natürlicher Sprache und anderer natürlicher, unstrukturierter Daten und das Ziehen von Schlussfolgerungen aufgrund vorher gewonnener Erfahrungen. Dazu müssen die kognitiven Systeme trainiert werden.

Andrea Martin, Chief Technology Officer im Watson IoT Center, bringt es treffend auf den Punkt: »Konventionelle Computersysteme werden immer schlechter, je länger sie in Betrieb sind. Der Prozess der Alterung beginnt mit der Inbetriebnahme. Kognitive Systeme wie Watson werden immer besser, je länger sie laufen. Je mehr und je länger sie mit Daten gefüttert werden, desto besser werden ihre kognitiven Fähigkeiten.«

IBM stellt sich vor, dass die digitale Fabrik durch die Anreicherung mit künstlicher Intelligenz zur kognitiven Fabrik wird: Design- und Produktionsprozesse werden mit der Zeit immer weiter optimiert. Das kann sich auf viele Industriezweige auswirken: In der Medizin gibt es z.B. ein Pilotprojekt, bei dem Watson aus Erfahrungen, wie Patienten auf bestimmte Krebstherapien reagieren, individuelle Therapiemaßnahmen – abhängig von der Vorgeschichte des Patienten – vorschlägt. BMW forscht mit IBM zusammen daran, wie sich kognitives Computing dazu nutzen lässt, bessere und intuitive Fahrerassistenzsysteme zu entwickeln. In der Industrie wird Watson eingesetzt, um Erfahrungen und Dokumente bei der Wartung von Maschinen und Anlagen zu digitalisieren und in diesen unstrukturierten Informationen gleichsam nach der Nadel im Heuhaufen zu suchen, wenn ein Gerät repariert werden muss.

Dr. Rainer Glatz vom VDMA sagt: »In der Öffentlichkeit wird häufig davor gewarnt, dass der Mittelstand die Digitalisierung verschläft. Die Studien des VDMA kommen aber zu anderen Ergebnissen: So haben laut der Studie ‚Digital vernetztes Denken in der Produktion‘ bereits ein Drittel der Maschinenbauer eine gezielte Digitalisierungsstrategie, ein weiteres Viertel plant die Einführung in den nächsten drei Jahren. Dabei wird sowohl die Entwicklung digitalisierter Produkte und Services für den Markt als auch deren Nutzung in der eigenen Produktion betrachtet.« Dass der Mensch bei all der künstlichen Intelligenz und den lernfähigen Systemen überflüssig werden könnte, glaubt Dr. Glatz nicht: Er werde weiterhin als Problemlöser, Entscheider und Innovator gebraucht.

IBM zeigt Digitale Fabrik auf der Hannover-Messe

Watson IoT Zentrale München
Anrdrea Martin, CTO Watson IoT
Sprachkommunikation mit einem Roboter

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