Exportzuwachs Großbritannien ist wichtiger Abnehmer für unsere Elektroindustrie

Welche Auswirkungen hätte ein Brexit auf die Handelsbeziehungen in der Elektroindustrie?
Welche Auswirkungen hätte ein Brexit auf die Handelsbeziehungen in der Elektroindustrie?

Vor dem Hintergrund der heutigen Brexit-Abstimmung ist es interessant zu sehen, welch große Rolle die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Großbritannien spielen. So ist Großbritannien momentan der viertgrößte Abnehmer deutscher Elektroausfuhren weltweit.

Großbritannien ist die fünftgrößte Volkswirtschaft der Welt und die zweitgrößte innerhalb der EU. Die Exporte der deutschen Elektroindustrie nach Großbritannien betrugen im Jahr 2015 9,9 Mrd. Euro (+10,1 % gegenüber 2014).

Dies entspricht einem Anteil von 5,7 % an den gesamten Elektroexporten aus Deutschland. Großbritannien ist damit der viertgrößte Abnehmer deutscher Elektroausfuhren weltweit und der zweitgrößte innerhalb der EU. Die Elektroimporte von Großbritannien nach Deutschland lagen im vergangenen Jahr bei 4,2 Mrd. Euro (+7,9 % gegenüber 2014).

Ob sich diese für die Wirtschaft in beiden Ländern guten Zahlen im Falle eines Brexits aufrechterhalten lassen würden, ist fraglich.

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Exporte und Importe der deutschen Elektroindustrie

Deutliche Zuwächse

Blick auf die deutsche Elektroindustrie

Für die deutsche Elektroindustrie lief es in den vergangenen Monaten gut, wie die vom ZVEI vorgelegten Zahlen zeigen. Mit 14,4 Mrd. Euro hat die Branche im April 2016 um 6,6 % mehr exportiert als im April des Vorjahres. Damit sind die Ausfuhren den zweiten Monat in Folge stärker gestiegen als die Einfuhren. Insgesamt erreichten die Branchenexporte von Januar bis April 2016 einen Wert von 58,0 Mrd. Euro und übertrafen den Vorjahreswert um 3,7 %.

Auch die Importe nach Deutschland legten im April zu: um 3,3 % im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 12,9 Mrd. Euro. Für die ersten vier Monate dieses Jahres wuchsen die Importe um 3,9 % auf 53,5 Mrd. Euro.

Vor allem die deutschen Exporte in Länder der Eurozone nahmen im April stark zu, sie stiegen um 8,0 % auf 4,5 Mrd. Euro. Dabei wuchsen die Ausfuhren nach Frankreich um 7,7 % auf 983 Mio. Euro und die Ausfuhren nach Italien um 5,3 % auf 673 Mio. Euro. Von Januar bis April 2016 betrug der Anstieg bei den Branchenausfuhren in den Euroraum 2,9 % gegenüber dem Vorjahr und erreichte einen Wert von 17,8 Mrd. Euro.

In den beiden derzeit größten Abnehmerländern USA und China wurden im April jeweils 1,3 Mrd. Euro mit elektronischen und elektrotechnischen Produkten umgesetzt. Das entspricht einem Anstieg von 3,0 bzw. 4,9%. Im Exportgeschäft mit den USA und China betrug das Ausfuhrplus kumuliert von Januar bis April jeweils 3,1 % - auf 5,2 und 5,0 Mrd. Euro.