Für Microchip-Mikrocontroller Entwicklungsumgebung in der Cloud

Greg Robinson, Marketing Director für 8-bit-Controller und Lucio di Jasio, Business Development Manager, führen die neue Cloud-Entwicklungsumgebung vor.
Greg Robinson, Marketing Director für 8-bit-Controller und Lucio di Jasio, Business Development Manager, führen die neue Cloud-Entwicklungsumgebung vor.

Microchip hat ein Jahr daran gearbeitet, jetzt ist sie fertig: die Entwicklungsumgebung in der Cloud. Ohne Software-Installation hält der Browser nach ein paar Sekunden Code-Editor und Compiler bereit. Ein paar Unterschiede zur lokal installierten Version gibt es aber.

MPLAB Xpress heißt die neue Entwicklungsumgebung, die Microchip ab sofort in der Cloud anbietet. Der erste Aufruf der Webpräsenz http://mplabxpress.microchip.com dauert ein paar Sekunden, weil der Javascript-Code heruntergeladen werden muss. Dann aber geht alles ganz schnell. Der Webauftritt auf AJAX-Basis verhält sich genau so wie die lokal installierte Version von Microchips Entwicklungsumgegung MPLAB X. AJAX (Asynchronous Javascript and XML) bedeutet, dass die meisten Funktionen der Seite auf dem lokalen Rechner ausgeführt werden – daher das verzögerungsfreie Verhalten. Nur wenn etwas aus der Ferne angefordert wird, z.B. das Laden von Code aus dem Cloud-Speicher oder ein Compiler-Lauf, findet eine Transaktion mit dem Web-Server statt.

Um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen, lässt sich die Cloud-Entwicklungsumgebung sogar ohne Anmeldung nutzen. Für den Anfang liefert Microchip Codebeispiele, setzt aber darauf, dass sich mit der Zeit eine Community bildet, die weiteren Beispielcode beisteuert. Selbst das Compilieren mit dem in der Cloud laufenden XC-Basis-Compiler ist möglich. Die Binärdatei taucht automatisch als Download im Web-Browser auf und muss nur noch auf dem Zielsystem gespeichert werden.

Appetizer für weitere Funktionen

Wer sich registriert, kann weitere Funktionen nutzen: die Teilnahme an der Community, d.h. den Austausch mit anderen Nutzern über das Forum, 10 GB Cloud-Speicher für Projekte sowie Zugriff auf den MPLAB Code Configurator (MCC). Dieser Code Configurator erzeugt automatisch ein Code-Grundgerüst für den gewählten PIC-Mikrocontroller, um die Register mit sinnvollen Werten zu belegen und die Peripherie anzusteuern – ein Vorgang, der stundenlanges Wälzen von Handbüchern bzw. Durchsuchen von Webseiten erspart. Das alles ist noch kostenlos. Einen monatlichen Obulus muss zahlen, wer den optimierenden XC-Compiler verwenden will. Als Appetitanreger zeigt MPLAB Xpress an, wieviel Speicherplatz man durch die Optimierung sparen könnte. MPLAB Xpress (Cloud) ist nicht ganz identisch mit MPLAB X (lokal). Der optimierende Compiler ist einer der Bestandteile, die die lokale Installation der Cloud voraus haben, aber diese Funktion lässt sich durch ein Abo nachrüsten. Ein weiterer Punkt, der in der Cloud-Version noch nicht vollständig umgesetzt ist, sind fortgeschrittene Debug-Funktionen. Zwar gibt es hier ein Browser-Plug-in, das die Kommunikation mit dem Zielsystem regelt und das System zumindest an Breakpoints anhalten kann – ein Program Trace ist damit aber nicht möglich.