Embedded-Markt wächst mit Sicherheit

Der Technology Summit des kalifornischen Software-Unternehmens Green Hills gilt als exklusives Forum für Zukunftsthemen rund um die Embedded-Entwicklung. Green Hills Software ist Spezialist für Echtzeit-Entwicklung in Luftfahrt und Militär. Rund 100 Spezialisten diskutierten Mitte Dezember im kalifornischen Santa Barbara die Themen Sicherheit und Effizienz.

Der Technology Summit des kalifornischen Software-Unternehmens Green Hills gilt als exklusives Forum für Zukunftsthemen rund um die Embedded-Entwicklung. Green Hills Software ist Spezialist für Echtzeit-Entwicklung in Luftfahrt und Militär. Rund 100 Spezialisten diskutierten Mitte Dezember im kalifornischen Santa Barbara die Themen Sicherheit und Effizienz.

Den Auftakt setzte Michel Mayer, Vorstandschef von Freescale Semiconductor, mit einem Ausblick auf kommende Herausforderungen für den Halbleitersektor. Die Branche wachse nicht mehr wie von den 80er und 90er Jahren gewohnt - man müsse sich dauerhaft auf einstellige Zuwachsraten einstellen. Wichtige wirtschaftliche und soziologische Trends allerdings brächten Sonderkonjunkturen für spezielle Anwendungsbereiche mit sich.

So strebt Freescale die globale Führung im Bemühen um möglichst umwelt- und ressourcenschonende Computer an. Zu Mayers grünen Lieblingsmärkten gehören insbesondere Haushaltsgeräte und Autos. Rund 90 Prozent des privaten Stromverbrauchs geht auf das Konto der Haushaltselektronik. Bessere Gerätetechnik, aber auch intelligente Stromzähler, gekoppelt mit Gebäudeautomation und zentralen Steuerungen, sollen hier Abhilfe bringen. Einsparungen im Verbrauch rechtfertigen die Mehrkosten bei der Anschaffung, macht Mayer den Herstellern Mut. Die Konsumelektronik sei jedoch notorisch zurückhaltend bei der Software-Entwicklung, bemerkte Mayer. Komponenten- und Systemlieferanten sollten sich auf mehr Programmierarbeit einstellen.

Zukunftsmarkt Medizintechnik

Die andere große Umschichtung mit Branchenrelevanz sieht der Freescale-Chef in der alternden Gesellschaft. Telemedizin und vernetzte, biometrische Geräte zur Selbstdiagnose werden in den nächsten Jahren sprunghaft an Bedeutung gewinnen, glaubt Mayer. Schon jetzt seien Heime und Kliniken dabei, neue Generationen von Tomographen und Bildsystemen einzurichten. US-Krankenhäuser bestellten flächendeckend Mobilterminals und Touchscreens. Heimnetze und Gateways in den Haushalten älterer Menschen bildeten den zweiten, großen Wachstumsmarkt. Da Senioren weiterhin mobil und unabhängig bleiben wollen, müssten zudem ihre Autos künftig anders konzeptioniert werden. Fahrerassistenz, Warnsysteme und diagnostische Hilfen zur Fahrtüchtigkeit brächten einen gewaltigen Schub an integrierter Fahrzeugintelligenz. Die Sicherheit dieser Systeme sei eine der größten Herausforderungen für Elektronikentwickler, sagte Mayer, da weite Teile der Embedded-Entwicklung sich von der Hardware auf die Software verlagere.

In diese Kerbe zielt auch Green Hills Software mit einer neuen Virtualisierungsplattform namens Padded Cell. Virtuelle Architekturen, die den gleichzeitigen Ablauf mehrerer Betriebssysteme - gesteuert von einer Software-Schicht mit der Bezeichnung Hypervisor - auf derselben Hardware ermöglichen, bieten große Potenziale zur besseren Nutzung von Rechner- und Speicherressourcen und Hardware-Konsolidierung. Dieses hochaktuelle IT-Thema berge aber auch enorme Risiken, warnte Green-Hills-Chef Dan O´Dowd. Praktisch alle bestehenden Hypervisor-Lösungen reduzierten die Computer-Sicherheit, da sie neue Einbruchsmöglichkeiten eröffneten. Mit Padded Cell hat Green Hills zunächst einen Hypervisor für ihr hauseigenes Echtzeit-Betriebssystem Integrity entwickelt. Padded Cell und Integrity zusammen hat der US-Geheimdienst NSA als bisher einzige Virtualisierungslösung für seine höchste Sicherheitsstufe zertifiziert. Die Sicherheitszelle kapselt alle virtuellen Betriebssysteme und Anwendungen so ein, dass weder Daten ungewollt heraus oder hinein gelangen noch unauthorisierte Anweisungen ausgeführt werden können - ein wirksamer Schutz beispielsweise vor Würmern, die sich per Netzwerkverbindung fortbewegen, und vor den heimtückischen Tastatur-Loggern. Mit diesem Plazet in der Tasche versucht O´Dowd nun, Server- und PC-Hersteller für Padded Cell zu begeistern. Die Software kann als Hypervisor die Gastbetriebssysteme Windows, Linux und Solaris aufnehmen. Im Embedded-Bereich werden VxWorks und Embedded Linux unterstützt. »Von Embedded bis Enterprise,« lautet O´Dowds Slogan, »Padded Cell ist der einzige sichere Hypervisor auf dem Markt.« Viel versprechend seien vor allem Server im Finanz- und im Gesundheitssektor sowie Altsysteme im öffentlichen Dienst. Die »gepolsterte Zelle« lässt sich um bestehende Anwendungen herum einrichten, ohne dort irgendwas zu verändern. Für neue PCs könnte Padded Cell beispielsweise vorinstalliert oder im Gebinde mit Antiviren-Software angeboten werden.