TU Wien simuliert EM 2016 Computer berechnet Gruppensieger

Gerhard »Hardy« Hanappi hat die EM 2016 vorherberechnet.
Gerhard »Hardy« Hanappi hat die EM 2016 vorherberechnet.

Das Fußballfieber geht um und macht selbst vor Mathematik-Professoren keinen Halt. »Hardy« Hanappi von der TU Wien und Sohn des österreichischen Nationalspielers Gerhard Hanappi hat passend zur EM 2016 ein Computerprogramm entwickelt. Es berechnet die wahrscheinlichsten Ergebnisse der EM-Spiele.

Am Freitag, dem 10. Juni ist es endlich soweit. Mit dem Spiel Frankreich gegen Rumänien beginnt die Europameisterschaft 2016. Schon vor dem Anpfiff der echten EM stehen die Ergebnisse der simulierten Meisterschaft bereits fest. Fast alles im Leben lässt sich irgendwie in Zahlen fassen – auch eine Fußball-Europameisterschaft. Prof. Hardy Hanappi, der Sohn des österreichischen Nationalspielers Gerhard Hanappi, forscht am Institut für Stochastik und Wirtschaftsmathematik der TU Wien an der Simulation komplexer Systeme. Normalerweise beschäftigt sich Hanappi mit Computersimulationen komplizierter politischer oder wirtschaftlicher Prozesse. Die mathematischen Methoden können aber auch Fußballergebnisse modellieren.

Das Ergebnis der simulierten EM? Fast alle großen Favoriten – Frankreich, Spanien, England und Portugal überstehen laut der Simulation die Gruppenphase. Nur Italien scheitert. Deutschland qualifiziert sich in Gruppe C als Gruppenzweiter hinter Polen fürs Achtelfinale.

Für die Simulation können laut Hanappi ganz unterschiedliche Ansätze gewählt werden: »Man kann das Modell einfach halten und für jede Mannschaft einen einzigen Qualitätsparameter berechnen.« Doch diese Beschreibung ist recht grob und unflexibel. Werden die einzelnen Spieler dagegen separat modelliert, wird die Rechnung aufwändig und fragil. Die Vorhersagekraft ließe sich dadurch jedoch nicht steigern. Hanappi entschied sich also für einen Mittelweg. Angriff, Mittelfeld, Verteidigung und Tormann werden für jedes Team getrennt voneinander modelliert. Um die passenden Parameter festlegen zu können, wurden die Daten aller Länderspiele seit 2012 analysiert. Zumindest die, bei denen die teilnehmenden Nationen der EM 2016 gespielt haben.