RoboCup 2016 B-Human ist zum fünften Mal Weltmeister

Die Roboter von B-Human in Aktion in der Outdoor Competition.
Die Roboter von B-Human in Aktion in der Outdoor Competition.

Das Team B-Human der Universität Bremen und des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) ist Weltmeister. Im Einskommadreimeterschießen konnten sich die kleinen Roboter der Bremer Mannschaft gegen den amtierenden US-Champion UT Austin Villa durchsetzen.

Die Weltmeisterschaft der intelligenten Roboter fand 2016 auf dem Leipziger Messegelände statt und begeisterte rund 35.000 Besucher. Begleitet wurde der Wettbewerb von einem wissenschaftlichen Fachprogramm und Mitmachangeboten sowie einer Ausstellung. 3.500 Teilnehmer aus 45 Ländern traten vom 30. Juni bis zum 4. Juli in den Disziplinen Fußball, Pflege und Service, Rettung und Industrie sowie den Junior-Ligen gegeneinander an.

Noch etwas unbeholfen irren die Roboter des RoboCups in diesem Jahr übers Spielfeld. Für die »Standard Platform League« im Roboter-Fußball haben alle Mannschaften das gleiche Robotermodell – die humanoiden Roboter NAO der Firma Softbank Robotics. Die »Spieler« der Teams unterscheiden sich allein durch ihre Software, die sie für ihre Roboter selbst entwickelt haben. In jedem Spiel treten fünf autonome Roboter gegeneinander an und versuchen – wie beim Fußball üblich – den Ball in das gegnerische Tor zu schießen. Wenn sie ihn finden. In diesem Jahr galt es nämlich eine besonders tückische Hürde zu überwinden: Der weiße Ball mit schwarzen Punkten war für die Roboter schwer zu erkennen, besonders wenn er im Eifer des Gefechts auf den weißen Linien zum Liegen kam.

Die Mannschaft der Universität Bremen traf im Finalspiel auf den US-Champion UT Austin Villa. In der regulären Spielzeit gelang es keinem der Roboter ein Tor zu schießen und so stand es am Ende noch immer 0:0. Beide Teams schafften es einmal den Ball auf die Torlinie ihres Gegners zu schießen. Austin wurde jedoch vom Halbzeitpfiff gerettet und B-Human wurde von einem Verteidiger gerettet, der den Ball noch von der Linie holte. So ausgeglichen die zwei Halbzeiten waren, so unterschiedlich fiel das anschließende »Elfmeterschießen« aus – bessergesagt das »Einskommadreimeterschießen«, denn das Spielfeld ist deutlich kleiner, als eines für menschlichen Fußballspieler. Bereits nach drei Strafstoßrunden war das Spiel beendet, denn B-Humans Schütze hatte dreimal getroffen, während Austins Roboter zweimal am Torwart scheiterten und einmal schlicht am Tor vorbeischossen.

B-Human stellt wertvollsten Teamspieler

Neben dem Hauptwettbewerb  – der »Indoor Competition« – wurden noch weitere Wettbewerbe ausgetragen. Im Auswahlmannschaftswettbewerb bildeten Roboter unterschiedlicher Teams eine Mannschaft und spielten gemeinsam Fußball. Hierbei wurde der wertvollste Teamspieler gekürt. Nachdem B-Human diesen Titel bereits 2014 gewonnen hatte, war er 2015 an das Nao-Team HTWK aus Leipzig gegangen. In diesem Jahr konnte das Team aus Bremen auch diesen Titel wieder für sich gewinnen. B-Human nahm zudem als eines von acht Teams an der »Outdoor Competition« teil, bei der in einer Glashalle auf einem Kunstrasenfeld gespielt wurde, und belegte hier den zweiten Platz.