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iTAC Software adressiert auch kleine Firmen und den Mittelstand

»Manufacturing Execution Systeme sind nicht nur für Großkonzerne attraktiv«

07. Dezember 2010, 11:16 Uhr   |  Karin Zühlke


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

»Das Thema »MES« steht auf der Startrampe«

Wenn es um die Einführung eines MES geht: Worin bestehen die Unterschiede zwischen einem Großkonzern und dem Mittelstand?

Kleine und mittelständische Fertiger können unser System genauso einsetzen wie ein Großkonzern. Unser derzeit kleinster Kunde hat 70 Mitarbeiter, der größte über 400.000 Mitarbeiter. Auch die Anzahl der angeschlossenen Werke variiert. Für Hella haben wir beispielsweise eine unserer größten Installationen mit 90 Produktionslinien und 1200 Arbeitsstationen in 15 Werken realisiert.

Die Entscheidungsfindung für ein MES-System läuft aber im Konzern ganz anders ab als bei einem Mittelständler: Im Großkonzern entscheidet die IT-Abteilung, beim Mittelstand das Industrial Engineering und das Qualitätsmanagement. Auch die Anforderungen der Klientel sind sehr unterschiedlich: Große Elektronikfertigungen brauchen eine ganz andere Rechnerleistung wie ein Mittelständler. Hinzu kommt, dass die Infrastruktur beim Konzern auch in einem zentralen Rechenzentrum stehen kann. Die lokalen Werke greifen dann über Internetschnittstellen auf die Server zu.

Wie setzen Sie Ihr MES und den externen Zugriff technisch um?

Unser System ist eine Multi-Tier Lösung auf Basis einer Client-Server-Technologie. Unsere Wettbewerber hingegen arbeiten größtenteils mit Two-Tier-Systemen. Unsere Software - und damit die komplette Intelligenz des Systems - liegt auf redundanten Java Enterprise Applikationsservern, die normalerweise im Rechenzentrum des Kunden stehen. Auf den Clients wie z.B. Anlagenleitrechnern, Prüfsystemen usw. selber ist keine MES-Intelligenz lokal hinterlegt. Wir sind per Internetstrecken remote mit den Rechenzentren der Kunden verbunden. Das ist überhaupt erst die Voraussetzung, um - wie bereits erwähnt-innerhalb einer Schicht ein Update unserer MES-Lösung fahren zu können und einen 24/7 Support zu leisten.

Viele kleine und mittelständische Fertigungsunternehmen dürften aber dennoch nicht die finanziellen Mittel und personellen Ressourcen haben, um eine solche Client-Server-Architektur zu betreiben.    

Das stimmt, aber genau dafür bieten wir jetzt eine Lösung an. Dabei handelt es sich um ein Modell, bei dem das Unternehmen über einen MPLS-Anschluss auf eine zentral betriebene Server-Infrastruktur zugreifen kann und pro produzierte Flachbaugruppe nach dem Prinzip »Pay per Part« einen entsprechenden Obolus bezahlt. Der Kunde zahlt also nur, wenn er produziert. Wir arbeiten dazu mit einem global aufgestellten Rechenzentrumsbetreiber  zusammen, der uns entsprechende Kapazitäten zur Verfügung stellt

Wie ist die Akzeptanz auf Seiten der Maschinenhersteller der SMT-Linie? Schließlich sind Sie darauf angewiesen, dass der Hersteller Ihr System adaptiert …

Das ist richtig. Adaptiert der Anlagenhersteller das System nicht, kann man das als Software-Hersteller auch nicht lösen. Die Zusammenarbeit mit den Maschinenherstellern funktioniert für uns sehr gut. Wir arbeiten mit allen großen Anlagenherstellern zusammen und sind der einzige MES-Anbieter, der für alle führenden Bestückmaschinen-Hersteller Schnittstellen anbietet. Natürlich können wir einen gewissen Marktdruck zu den Anlagenherstellern hin aufbauen, weil wir große und namhafte OEMs vor allem aus dem Automotive-Bereich als Kunden haben. Schließlich hat der Anlagenhersteller ein Interesse daran, dass seine Maschinen von solchen Unternehmen eingesetzt werden.

 Rund 70 Prozent Ihres Umsatzes generieren Sie in den Bereichen Automotive und Elektronik – Bereiche die im letzten Jahr am stärksten unter der Krise gelitten haben. Wie hat sich Ihr Geschäft in diesem Jahr entwickelt?   

Wir haben das Krisenjahr 2009 sozusagen voll durchlebt, vor allem im Automotive-Sektor, unserem Hauptumsatzsektor. Hier ist das Geschäft um bis zu 60 Prozent eingebrochen. In diesem Jahr verzeichnen wir wieder ein Umsatzplus von 40 Prozent zum Vorjahr und liegen damit 10 Prozent über dem Vorkrisenniveau von 2007. Detaillierte Umsatzzahlen geben wir allerdings grundsätzlich nicht bekannt.  

Mit welchen Erwartungen starten Sie ins neue Jahr?

Das Thema »MES« steht auf der Startrampe und wird in den kommenden Jahren noch sehr viel Potenzial bieten. Das wird ganz klar auch zu einer Konsolidierung der Märkte führen, wo proprietäre Systeme abgelöst werden. In diesem Jahr haben wir innerhalb des dritten Quartals fünf konkrete Abschlüsse mit Weltkonzernen in einem Quartal getätigt. Das zeigt die rasante Entwicklung im Bereich »MES«. Die Einführung und Akzeptanz von MES geht Top-Down. Der Druck wird von oben nach unten weitergegeben. Die fertigungsnahen Anforderungen, die künftig in der Elektronik entstehen werden, kann man meiner Ansicht nach nur über ein MES-System adäquat erfüllen.

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