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2. höchster Wert seit Datenaufzeichnung

Industrie-Einkauf in bester Shopping-Laune

04. Mai 2021, 12:09 Uhr   |  Karin Zühlke

Industrie-Einkauf in bester Shopping-Laune
© m.mphoto/stock.adobe.com

Das verarbeitende Gewerbe in Deutschland verzeichnete auch im April ein historisch starkes Wachstum.

Das zeigt der saisonbereinigte IHS Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI), der im April mit 66,2 Punkten komfortabel in der Wachstumszone blieb.
Wie der englische Finanzdienstleister IHS Markit weiter mitteilte, sei dies nach dem Rekordhoch vom März (66,6) der zweitbeste Wert seit der 1996 begonnenen Datenaufzeichnung.

Die Zuwachsraten bei Produktion und Auftragseingang schwächten sich zwar leicht ab, blieben aber nahe an den Rekordwerten vom März. Unterdessen führte der zunehmende Druck auf die Kapazitäten sowie der positive Geschäftsausblick zu einem kräftigen Schub beim Personalaufbau. Allerdings bremsten die anhaltenden massiven Störungen der Lieferketten die Leistung des Sektors und führten vereinzelt zu Produktionsstillständen. Zudem zogen sowohl die Einkaufs- als auch die Verkaufspreise infolgedessen erneut an.

„Es brummt in der deutschen Industrie“, kommentierte Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, am Dienstag auf BME-Anfrage die aktuellen EMI-Daten. Der Nach-Corona-Boom laufe bereits auf Hochtouren, auch wenn Deutschland noch im Lockdown stecke. Die Weltwirtschaft – insbesondere China und die USA – seien die Lokomotiven und zögen kräftig. Da überrasche es nicht, dass auch die Preise an Fahrt aufnähmen. „Mehr und mehr wird deutlich, dass Preissteigerungen kein vorübergehendes Phänomen sein werden. Spannend wird es jetzt, ob die Notenbanken gegensteuern, oder ihr Augenmerk auf günstige Finanzierungsbedingungen richten. Ich vermute eher das zweite“, fügte die Helaba-Bankdirektorin in ihrem Statement für den BME hinzu.

„Grundsätzlich steht die Konjunktur-Ampel auf Grün. Die Industrie dürfte sich weiter berappeln“, sagte Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, am Dienstag dem BME. Perspektivisch böten deren volle Auftragsbücher und die leeren Lager sogar zusätzliches Schubpotenzial. Zusätzlich helle sich mit Öffnungsperspektiven der Himmel für die Dienstleister auf.

Zur jüngsten Entwicklung des EMI-Teilindex Einkaufspreise teilte Dr. Heinz-Jürgen Büchner, Managing Director Industrials, Automotive & Services der IKB Deutsche Industriebank AG, am Dienstag dem BME mit: „Die schlechte Versorgungslage bei einigen Industrierohstoffen hält an. Das von der US-Regierung Biden in den Vereinigten Staaten angekündigte Infrastrukturprogramm dürfte gemeinsam mit den europäischen Konjunkturprogrammen die Rohstoffnachfrage weiter erhöhen. So verteuerten sich im April etwa Warmbreitband und verzinkte Bleche im Durchschnitt um 16 Prozent. Bei Kupfer testen die Börsen die Marke von 10.000 US-Dollar je Tonne. Eine richtige Entspannung sieht die IKB erst nach einem vollen Hochfahren der Produktion, das etwa in der europäischen Stahlindustrie noch nicht ganz erreicht ist.“

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2. Die Entwicklung der EMI-Teilindizes im Überblick

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