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Alte Höchststände - trotz Corona

Einkaufsmanager kaufen wieder kräftig

04. März 2021, 08:54 Uhr   |  Karin Zühlke


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Die Entwicklung der EMI-Teilindizes im Überblick:

Produktion: Auch im Februar steigerten die Hersteller ihre Produktion. Nach der Abschwächung auf ein 5-Monatstief zum Jahresanfang beschleunigte sich das Wachstum wieder und fiel so kräftig aus wie seit November vergangenen Jahres nicht mehr. In den meisten Fällen wurden die Zuwächse dem höheren Auftragseingang zugeschrieben. Das größte Plus wurde im Investitionsgüterbereich verzeichnet, gefolgt von den Vorleistungsgüterherstellern.

Auftragseingang insgesamt: Die Anzahl der Neuaufträge machte im Februar einen kräftigen Sprung nach oben. So kletterte der saisonbereinigte Teilindex auf den höchsten Stand seit Oktober 2020 und signalisierte einen der stärksten Zugewinne in der fast 25-jährigen Umfragegeschichte des EMI. Erneut gaben die meisten Umfrageteilnehmer an, dass die jüngsten Zuwächse in erster Linie auf das generell hohe Nachfrageniveau zurückgehen. Daneben gab es vereinzelt Meldungen über vorzeitig platzierte Aufträge aufgrund von befürchteten Lieferengpässen.
Auftragseingang Export: Auch die Exportaufträge sind im Februar steil angestiegen. Die Zuwachsrate zog den zweiten Monat in Folge an und kletterte auf den höchsten Wert seit Dezember 2017. Hersteller von Investitionsgütern verbuchten den größten Zugewinn, im Konsumgüterbereich hielt sich Nachfrage dagegen in Grenzen. Neuaufträge kamen vor allem aus Asien (insbesondere China), den USA sowie Europa.

Beschäftigung: Die Beschäftigung in der Industrie stabilisierte sich im Februar, womit der seit März 2019 anhaltende Abwärtstrend vorerst endete. Bei den Teilbereichen zeigt sich allerdings ein geteiltes Bild. Firmen im Investitionsgüterbereich verzeichneten aufgrund des extrem hohen Kapazitätsdrucks ein moderates Stellenplus. Die Hersteller von Konsumgütern sowie Vorleistungsgütern bauten hingegen abermals Personal ab.

Einkaufspreise: Die teils massiven Lieferengpässe führten im Februar zu einer weiteren Verschärfung des Kostendrucks in der Industrie. Die Inflationsrate kletterte nicht nur auf einen der höchsten Werte der vergangenen zehn Jahre, sondern auch der Umfragegeschichte (seit 1996). Neben höheren Preisen für eine breite Palette an Materialien – darunter Stahl, Kunststoffe und elektronische Komponenten – meldeten viele Umfrageteilnehmer auch eine Verteuerung der Frachtkosten.
Verkaufspreise: Nach vergleichsweise milden Steigerungen in den vergangenen vier Monaten hoben die Hersteller ihre Verkaufspreise im Februar so deutlich an wie seit fast zweieinhalb Jahren nicht mehr. Am stärksten fiel der Anstieg im Vorleistungsgüterbereich aus.

Geschäftsausblick: Deutschlands Hersteller blickten auch im Februar optimistisch in die Zukunft. Der Teilindex verbesserte sich gegenüber Januar sogar nochmals und erreichte ein neues Rekordhoch (seit Mitte 2012). Nahezu die Hälfte der Befragten (49 Prozent) rechnet mit höheren Produktionsraten binnen Jahresfrist. Die meisten Manager stützen ihre Hoffnungen dabei auf die wachsende Zuversicht der Kunden und den großen Nachholbedarf, sobald die Covid-19-Beschränkungen gelockert werden.

Über den EMI: Der IHS Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI) gibt einen allgemeinen Überblick über die konjunkturelle Lage in der deutschen Industrie. Er ist eine Momentaufnahme der Geschäftssituation im Verarbeitenden Gewerbe – errechnet aus den Teilindizes für Auftragseingang, Produktion, Beschäftigung, Lieferzeiten und Vormaterialbeständen. Der Index erscheint seit 1996 unter Schirmherrschaft des BME. Er wird vom Anbieter von Unternehmens-, Finanz- und Wirtschaftsinformationen IHS Markit mit Hauptsitz in London erstellt und beruht auf der Befragung von 500 Einkaufsleitern und Geschäftsführern der verarbeitenden Industrie in Deutschland.

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Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME)