Nachfrage nach EMS-Dienstleistungen steigt

Vor allem im deutschsprachigen Raum können die EMS-Dienstleister punkten: den Zahlen von Klaus Pildal Management zufolge, konnten sie ihren Umsatz um 9 bis 11 Prozent steigern.

Weltweit steigt die Nachfrage nach EMS-Dienstleistungen, doch abhängig von Firmengröße und Standort entwickelt sich der Markt recht unterschiedlich. Inzwischen haben sich weltweit einige wenige, extrem große EMS-Unternehmen gebildet. Die Top 10 EMS-/ODM Firmen vereinigten 2006 bereits knapp über 40 Prozent der Weltproduktion. Es ist nicht verwunderlich, dass die so genannten »3-C-Branchen« (Computer, Communication und Consumer) im Gesamtvolumen der Dienstleister 86 Prozent der Aktivitäten ausmachen.

Trotz der Konzentration auf globale Größt-Unternehmen gibt es aber eine Vielzahl kleinerer und mittlerer Anbieter, die meist nicht nur sehr spezialisiert sind sondern auch durch Kundennähe besondere Vorteile bieten. Allerdings ist der Industriezweig viel zu wenig bekannt, dies war ein Grund, weshalb Klaus Pildal Management (KPM) aus Dänemark erstmalig für 2005 alle in Europa tätigen EMS-Unternehmen erfasste. Dabei wurden nicht nur die Unternehmensgröße sondern auch technische Möglichkeiten und Zertifizierungen zusammengetragen. Die Datenbank enthält die Anschriften und Kontaktdaten sowie die angesprochenen Details. Aufgrund des Interesses wurden die wirtschaftlichen Daten für 2006 erneut ermittelt, so dass Rückschlüsse auf die Veränderungen möglich werden.

Nach Erhebungen von KPM sind in Europa etwa 1.400 EMS-Unternehmen tätig. Diese beschäftigen über 180.000 Mitarbeiter und generieren ein Umsatzvolumen von insgesamt mehr als 27 Mrd. Euro.

Die Umsatzentwicklung ist unterschiedlich. Nicht nur in den einzelnen Ländern oder Regionen sondern auch nach Firmengröße haben sich Verschiebungen ergeben. In Gesamteuropa wuchs der Umsatzwert von 2005 auf 2006 nur um 1 Prozent, die Zahl der Mitarbeiter nahm um 2 Prozent zu. Betrachtet man dagegen die so genannten KMU-Unternehmen, also Firmen bis zu einem Jahresumsatz von 10 Mio. Euro, so legten diese in Umsatz und Mitarbeitern um etwa 7,5 Prozent zu. Bei den ganz großen Unternehmen ist sogar ein Umsatzrückgang von 2 Prozent festzustellen, dies liegt an Verlagerungen in so genannte Niedriglohnländer. Überraschend ist, dass es dabei nicht unbedingt die Abwanderung nach Osteuropa sondern vielmehr nach Asien ist, die sich in den Zahlen niederschlägt.

Ganz anders dagegen der deutschsprachige Raum: die Länder Deutschland, Österreich und Schweiz hatten 2006 einen um 11 Prozent höheren Umsatz als im Jahr davor, und diese Steigerung betraf alle Firmengrößen – mit Ausnahme der ganz kleinen mit weniger als 2 Mio. Euro per Jahr. Diese wuchsen »nur« um 9 Prozent. Was die Zahl der Arbeitsplätze angeht, so wurden 3.920 Personen neu eingestellt, ebenfalls ein Anstieg um 10 Prozent.

Diese Entwicklung zeigt, dass diese Länder – obwohl sie zu den ausgesprochenen Hochlohnländern gehören – durchaus ihren Kunden besondere Vorteile bieten können. Ein sehr wichtiger Punkt ist sicher die Nähe zu den Abnehmern. Neuanläufe, kleinere Serien, komplexe Baugruppen, änderungsfreudige Produkte, wertvolles und sehr spezialisiertes Know-how benötigen kurze Reaktionszeiten. Sehr oft wird eine potenzielle Ersparnis durch Lohnvorteile am anderen Ende der Welt durch entsprechend höhere Logistikausgaben wieder ausgeglichen, was ganz besonders auf Erzeugnisse mit hohem Materialanteil zutrifft. Mehr Infos gibt es unter www.pildal.com (su)