Lichthärtende Epoxidharze versiegeln E-Papers

Elektrophoretische E-Paper reagieren empfindlich auf zu hohe oder zu niedrige Temperaturen und Feuchtigkeit. Delo Industrie Klebstoffe hat Licht härtende Epoxidharze entwickelt, die E-Paper gegen solche Umwelteinflüsse schützen.

Die Schicht mit der »elektronischen Tinte« wird daher von oben und unten mit Barrierefolien geschützt, die entlang des Randes mit einer Klebstoffraupe versiegelt werden. Wesentliche Eigenschaften des Klebstoffs sollten eine gute Haftung auf den verwendeten Materialien sowie eine geringe Permeation für Wasserdampf sein, gemessen als WVTR-Wert (WVTR: Water Vapor Transmission Rate).

Das Besondere an den Delo-Epoxidharz: Es wird nicht nur wie sonst bei kationisch härtenden Epoxidharzen üblich mit UV-Licht, sondern mit sichtbarem Licht ausgehärtet. Eine Aushärtung mit UV-Licht wäre bei E-Papers gar nicht möglich, da der Klebstoff sich zwischen einem intransparenten Substrat und einem UV-geblockten Deckglas oder einer Deckfolie befindet. Diese lichthärtenden Epoxidharze bauen auf den Erfahrungen in der Herstellung von Verkapselungsmaterialien für OLEDs auf. Der lichthärtende Delo-Klebstoff lässt sich im Gegensatz zu warm härtenden Klebern bis zu sechs Monate bei 5°C lagern und komfortabel über einen Zeitraum von einigen Wochen verarbeiten.

Bei steigenden Stückzahlen und damit steigendem Klebstoffverbrauch ist, wiederum im Gegensatz zu warm härtenden Produkten, eine Abfüllung in kostengünstige Großgebinde möglich. Die sehr reaktiven warm härtenden Klebstoffe sind dagegen aufgrund ihrer Reaktivität auf Kleingebinde beschränkt.

Auch für flexible E-Papers geeignet

Elektrophoretische Displays müssen nicht unbedingt flach und starr sein. Je nach gewünschter Anwendung können sie auch gekrümmt oder flexibel sein, was zusätzliche Herausforderungen an die Versiegelung stellt. So gibt es mittlerweile E-Paper-Anwendungen, bei denen die Displays einmalig auf gekrümmte Oberflächen, beispielsweise im Automobilbereich, aufgebracht werden oder als tragbare Displays, z.B. am Unterarm, getragen werden und sich daher den verschiedenen Formen anpassen müssen. Noch mehr Flexibilität ist notwendig bei beliebig oft aufrollbaren oder faltbaren Displays. Ein Vorteil des Klebstoffs ist: Auch er lässt sich bei Bedarf flexibilisieren und ermöglicht so neue Einsatzmöglichkeiten.

Eine hohe Flexibilität wirkt sich allerdings negativ auf die Wasserdampf-Permeation aus, da das polymere Netzwerk dann nicht mehr eng vernetzt ist. Daher gilt es, den richtigen Klebstoff sowie die optimale Kombination aus Flexibilität und WVTR zu finden.

Die entwickelten Klebstoffe können nicht nur zur Randversiegelung eingesetzt werden, sondern lassen sich auch vollflächig auflaminieren. Verschiedene Klebstoffe wurden bereits in Rolle-zu-Rolle-Anlagen getestet. Damit ergeben sich weitere Anwendungsfelder, z.B. bei der Versiegelung von flexiblen organischen Solarzellen.