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Startup Luminovo

»Wir unterstützen EMS-Firmen, ihre RfQ-Prozesse zu optimieren«

09. November 2020, 11:06 Uhr   |  Corinne Schindlbeck


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Weitere Akteure integrieren...

Mit LumiQuote können Nutzer sich einen Überblick über alle Angebote, ihren aktuellen Status, Fälligkeitsdaten und zusätzliche Metadaten verschaffen, sodass kein Geschäft in der E-Mail übersehen wird oder im Excel-Chaos untergeht. Hierbei können die Projekte und RfQs vom EMS oder direkt vom OEM erstellt werden, was eine direkte und reibungslose Zusammenarbeit auf der Plattform ermöglicht. Nach dem Import und der automatischen Bereinigung der Stückliste erhalten die Nutzer eine organisierte, hierarchische Ansicht des Auftrags und aller für die Fertigung des Endprodukts erforderlichen Komponenten.

Dieser „digitale Zwilling“ der Stückliste ist optional auch für den OEM einsehbar und kann zum Klären von offenen Fragen benutzt werden. Mit der Funktion zur Materialkalkulation erhält man eine übersichtliche Anzeige von Bezugsquellen, Preisen und Lieferzeiten einzelner Komponenten, um die Kontrolle über alle Aktivitäten rund um die Beschaffung zu behalten. Nach dem einmaligen Anlegen von Präferenzen funktioniert die Bepreisung der Stückliste so gut wie automatisch. Initial bieten wir Import- und Export-Funktionen von Excel-Dateien oder ähnlichen Formaten an. Dazu binden wir eine Reihe von APIs ein: von Meta-Suchen über die Direktanbindung von Distributoren hin zu weiteren Daten-Services. Auch zu ausgewählten ERP-Systemen wird es Schnittstellen geben.

Sie haben sich vorgenommen, Daten- und Informationssilos in der Elektronikentwicklung aufzubrechen. Werden wir bald Fortschritte sehen hin zu einer durchgehenden Prozessdigitalisierung innerhalb einer Wertschöpfungskette?

Wir glauben stark daran, dass der Software-Stack der Zukunft in der Elektronik deutlich vernetzter ist – und hierzu wollen wir einen entscheidenden Teil beitragen. Unseres Erachtens kann man die Entwicklung in drei Phasen einteilen. Zuerst müssen Schnittstellenprozesse wie der Angebotserstellungsprozess in ein modernes Tool gehoben werden, um die Daten auch anderen Systemen zur Verfügung zu stellen. In diesem Zusammenhang werden neben den Einkaufsprozessen auch Experten-Einschätzungen zur Fertigbarkeit abgebildet. In einer zweiten Instanz kann diese Analysefähigkeit näher an das Design gebracht werden, da es nicht mehr an die lokalen Rechner des EMS gebunden ist.

So kann ein Designer bereits vorab überprüfen, ob seine ausgewählten Komponenten Probleme bereiten oder das Layout Probleme in der Fertigung erzeugen würde. Idealerweise wird über diese Kanäle auch Feedback zurückgespielt, was sich im finalen Test ergeben hat. Als letzten Schritt kann man durch die so geschaffene Datengrundlage den Unterstützungsgrad von arbeitsintensiven Prozessen schrittweise erhöhen – sicherlich auch durch Einsatz von KI. Auf dem Weg zu dieser Vision können wir die Prozesse in der Hardwareentwicklung kontinuierlich verbessern und so den Flaschenhals für Innovation lösen.

Wo wollen Sie in fünf Jahren stehen, wie sieht ihr Business Development aus?

Ich bin mir sicher, dass wir in fünf Jahren ein stark verändertes Bild der Softwarelandschaft sehen werden. Selbst die konservativsten Betriebe werden den Sprung in die Cloud geschafft haben, und deren Mitarbeiter werden sich nicht mehr mit Software im Windows-XP-Charme zufrieden geben. Durch zuverlässige API-Integrationen von verschiedenen Software Tools werden wir uns weniger mit Tippfehlern und Stammdatenpflege beschäftigen, sondern uns auf wirklich wertschöpfende Tätigkeiten konzentrieren können. Wir wollen in fünf Jahren ein unverzichtbares Element dieser neuen Tool-Landschaft sein. Wenn man an moderne Software für die Elektronik denkt, soll man an Luminovo nicht vorbeikommen.

Was planen Sie als Nächstes? Werden Sie weitere Akteure innerhalb der Elektronik-Lieferkette bzw. Wertschöpfungskette adressieren?

Wir beschäftigen uns bereits heute damit, weitere Akteure neben den EMS in unsere Plattform zu integrieren. Dazu gehören selbstverständlich die Distributoren, die einen wesentlichen Einfluss auf die Geschwindigkeit der Angebotserstellung bei den EMS haben, aber auch zusätzliche Services wie Metadaten-Anbieter, um den EMS alle relevanten Informationen für eine datengetriebene Entscheidung bereitstellen zu können. Dazu kommen direkte Zugänge für Hersteller von Bauteilen, aber auch Anbieter von Zeichnungsteilen wie Leiterplatten und mechanischen Teilen.

Ein Hauptelement von LumiQuote ist die stärkere Kollaboration zwischen EMS und OEM, welche bereits jetzt eine zentrales Wertversprechen darstellt. Im nächsten Jahr wollen wir hier noch einiges an zusätzlichen Funktionen auf den Markt bringen.

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2. Weitere Akteure integrieren...

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