Fraunhofer-Forschung in Chile Sonnige Aussichten

Heliostatenfeld des im Bau befindlichen solaren Turmkraftwerks von Cerro Dominador im Norden Chiles (Nennleistung 100 MW).
Heliostatenfeld des im Bau befindlichen solaren Turmkraftwerks von Cerro Dominador im Norden Chiles (Nennleistung 100 MW).

Der Norden von Chile ist eines der sonnenreichsten Gebiete der Erde. Beste Voraussetzungen also für eine Energieversorgung durch Solarenergie. Das Fraunhofer ISE hat nun die Zusammenarbeit mit dem südamerikanischen Staat bekräftigt.

Seit vier Jahren gibt es das Solarforschungszentrum »Fraunhofer Centro de Tecnologías para Energía Solar CSET« in Santiago de Chile, das mit lokalen Universitäten kooperiert. Mitgründer war unter anderem die Fraunhofer Chile Research Foundation. Um die Zusammenarbeit mit dem südamerikanischen Staat weiter zu stärken und Strategien für die Zukunft zu identifizieren, traf sich der Leiter des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme ISE Prof. Hans-Martin Henning, mit Vertretern der chilenischen Regierung. Im Fokus der Gespräche über künftige Forschungsthemen standen Solarthermie, Photovoltaik sowie Batterie- und Wasserstofftechnologien.

Anforderungen an die Technik

Chile misst die weltweit höchste direkte Sonneneinstrahlung: Das stellt das Material und die Komponenten hinsichtlich der Beständigkeit vor hohe Ansprüche. Das Freiburger Institut arbeitet seit etwa 40 Jahren an solarthermischen Verfahren für unterschiedliche Anwendungen und Temperaturbereiche und verfügt deshalb über ein großes Wissen in dem Bereich. Die Wissenschaftler testen Materialien und Komponenten unter extremen Witterungsbedingungen und auf Langzeitstabilität. Prof. Frank Dinter, Direktor des Fraunhofer CSET zeigt sich erfreut: »Wir sehen die besten Voraussetzungen in der Zusammenarbeit, um die erforderlichen Forschungs-und Entwicklungsaktivitäten hier in Chile voranzutreiben«.

Die potenziellen Anwendungsbereiche der Solarthermie-Technologien in Chile sind die Warmwasserbereitung, industrielle Prozesse sowie Kraftwerke. Ein starker Fokus liegt auf der Speicherintegration zur Bereitstellung von Energie. Aber auch Qualitätskontrollen, die Optimierung bestehender Anlagen und weitere Serviceleistungen sind für einen sicheren Betrieb der Anlagen von Bedeutung.

Im Bau befindet sich aktuell das solare Turmkraftwerk in Cerro Dominador im Norden Chiles, das eine Nennleistung 100 MW besitzen wird. In Verbindung mit einem großen Speicher für flüssiges Salz kann eine über 24 Stunden konstante Stromeinspeisung erreicht werden. Das und weitere Techniken bieten ein riesiges Potenzial für die Entwicklung eines erneuerbaren Energieversorgungssystems in Chile.

Forschungskooperation im Bereich Bergbau

Doch nicht nur Deutschland arbeitet eng mit Chile zusammen. Australien will zusammen mit Chile Entwicklungen zum nachhaltigen Bergbau vorantreiben – eine internationale Zusammenarbeit wird angestrebt. Insbesondere sollen umweltfreundliche Technologien weiterentwickelt und die Reduktion des CO2-Austoßes im Bergbau reduziert werden. Außerdem ist ein neues chilenisches Institut für Clean Technologies geplant.