Fraunhofer ISE untersucht PV-Strompreise Solarstrom wird günstigste Stromquelle

Im Auftrag von Agora Energiewende untersuchte das Fraunhofer ISE die Entwicklung der Photovoltaikstrompreise. Das Ergebnis: Solarenergie wird in vielen Teilen der Welt die günstigste Stromquelle – sogar günstiger als Gas und Kohle.

In einer Studie für Agora Energiewende untersuchte das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme die Entwicklung der Photovoltaik-Strompreise weltweit. Laut dieser Studie werden sich die Erzeugungskosten für Solarstrom bis zum Jahr 2025 in Mittel- und Südeuropa auf 4 bis 6 Cent/kWh verringern, bis ins Jahr 20150 sogar auf 2 bis 4 Cent/kWh. Demnach wird Solarstrom bis zum Jahr 2025 in sonnigen Regionen der Welt billiger als aus Kohle oder Gas erzeugter Strom sein. Voraussetzung für den Erfolg sind jedoch stabile regulatorische Bedingungen. Denn die Untersuchung zeigt auch, dass die Stromgestehungskosten von Solarstrom aufgrund der hohen Kapitalkosten von PV-Anlagen wesentlich von den finanziellen und regulatorischen Bedingungen abhängig sind. Die Kosten von Solaranlagen können durch eine schlechte Regulierung und hohe Risikoaufschläge bei den Zinsen um bis zu 50 Prozent erhöhen. Dieser Effekt könnte sogar die Vorteile einer höheren Sonneneinstrahlung überwiegen.

Der Studie liegen konservative Annahmen zur technologischen Weiterentwicklung von Solaranlagen zu Grunde. Sollte es zu technologischen Durchbrüchen kommen, könnte der Strom bis zu den angegebenen Jahreszahlen noch günstiger werden.

Bereits heute kostengünstig

Solarstrom ist in sonnigen Regionen der Welt bereits heute kostengünstig, eine passende Infrastruktur vorausgesetzt. Im Wüstenstaat Dubai konnte laut der Studie vor wenigen Wochen ein langfristiger Solar-Stromvertrag mit 5 Cent/kWh abgeschlossen werden. Große Solarstromanlagen in Deutschland liefern Strom für weniger als 9 Cent/kWh. Strom aus neuen Kohle- und Gaskraftwerken kostet heute zwischen 5 und 10 Cent/kWh. Im Vergleich dazu: Strom aus Atomkraftwerken kostet bis zu 11 Cent/kWh.