Fraunhofer IMWS Solarmodule schneller auf Schäden testen

Mit PIDcheck lassen sich bereits installierte PV-Module auf Anfälligkeit für PID testen.
Mit PIDcheck lassen sich bereits installierte PV-Module auf Anfälligkeit für PID testen.

Solarmodule auf Dächern und Feldern sind stets den Witterungen ausgesetzt. Doch besonders bei großen Anlagen ist es schwierig sie nach einem Ausfall oder vorsorglich auf bestimmte Schäden zu testen. Das Fraunhofer IMWS hat dafür ein mobiles und schnell arbeitendes Gerät entwickelt.

Potential-induzierte Degradation (PID) tritt auf, wenn Solarmodule bei hoher Systemspannung in feuchter Umgebung betrieben werden. Natrium dringt in die Silizium-Solarzellen ein und verursacht Kurzschlüsse, es kommt zum Absinken des Wirkungsgrades und somit zu Leistungsverlusten sowie dauerhaften Ertragsminderungen.

Das Fraunhofer-Center für Silizium-Photovoltaik CSP und Freiberg Instruments hat nun das Prüfgerät PIDcheck entwickelt. Mit dem tragbaren Gerät ist es möglich, Module auch nach ihrer Installation im Freifeld einer Qualitätsprüfung zu unterziehen und Aussagen über die Anfälligkeit für den PID-Effekt zu treffen. Außerdem dauert der PDICheck nur vier bis acht Stunden – verglichen mit der Zeit die Abbau, Transport, Test im Labor und Rücktransport in Anspruch nehmen.  Die Untersuchungen können  bei einer Modultemperatur von 85 °C und einer Spannung an den Zellen von bis zu 1500 V vorgenommen werden.

Das Prüfgerät funktioniert durch Kontaktierung der Moduloberfläche mit einer leitfähigen Elektrode. Es können je nach Modultyp etwa die Hälfte der Zellen der PID-Belastung ausgesetzt werden. Weiterhin ermöglicht es eine belastbare Leistungs- und Ertragsprognose. Selbst wenn in einer Anlage noch keine PID aufgetreten ist, lässt sich die PID-Anfälligkeit der installierten Solarmodule bestimmen. Ist PID bereits aufgetreten, lässt sich mit dem PIDcheck eine Aussage über die zukünftige Leistungsfähigkeit des Moduls treffen.