Solarwirtschaft »Plan, die Solarwirtschaft auszuradieren«

2016 wurden weltweit Solarstromanlagen mit einer Nennleistung von rund 70 GW installiert.
2016 wurden weltweit Solarstromanlagen mit einer Nennleistung von rund 70 GW installiert.

Der Chef der Dresdner Solarwatt, Detlef Neuhaus, vergleicht die deutsche Politik mit einem Plan »die Reste der deutschen Solarindustrie auszuradieren«.

Neuhaus fodert mehr Unterstützung der Politik für die Belange der Solarbranche, beispielsweise im Form einer neuen Förderung. »Im Moment sägen wir überall ab, gestalten aber nicht neu«, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Die Vergabe von Fördermitteln könnte etwa an die Einhaltung von Nachhaltigkeitskriterien gekoppelt werden, wie es etwa in Frankreich bereits üblich sei. Damit könnten Hersteller, die auf eine ressourcenschonende Produktionsweise Wert legen, unterstützt werden.

Nach Aufhebung der EU-Schutzzölle auf chinesische Solarmodule fürchten Solarhersteller in Sachsen einen weiteren Preisverfall. »Gleichzeitig werden Strafzölle für Materialien, die wir für die Produktion brauchen, erhoben.« Man produziere mit teuren Materialien, um dann mit Billigprodukten aus China zu konkurrieren. »Wenn man einen Plan entwickeln würde, die Reste der deutschen Solarindustrie auszuradieren, dann könnte der so aussehen«, sagte Neuhaus. Laut Bundeswirtschaftsministerium waren nach aktuellsten Zahlen im Jahr 2016 in Sachsen mehr als 15.000 Menschen im Bereich erneuerbare Energien beschäftigt – 10 Prozent weniger als 2013.