Erneuerbare Energien im Green Deal Neues Bündnis fordert mehr Solar-Relevanz

Die neue Iniative Solar Europe Now besteht aus 90 paneuropäischen Forschungs- und Industriepartner und kämpft für mehr Bedeutung der Solarenergie im Green Deal der EU.
Die neue Iniative Solar Europe Now besteht aus 90 paneuropäischen Forschungs- und Industriepartner und kämpft für mehr Bedeutung der Solarenergie im Green Deal der EU.

Die Solarbranche hat sich ein neues Sprachrohr geschaffen. Die Initiative "Solar Europe Now" wurde Anfang Mai von über 90 Partnern gegründet und will für eine höhere Relevanz der Solarenergie im Rahmen des Green Deal der Europäischen Union eintreten. Mit dabei ist das Fraunhofer ISE-Institut.

Die Europäische Solarforschung und -industrie zeigt sich besorgt über fehlende Signale für die Branche im Rahmen des EU Green Deals und hat das Bündnis »Solar Europe Now« gegründet.

Der Initiative gehören 90 Akteure der europäischen Wertschöpfungskette der Photovoltaik aus 15 europäischen Ländern an, sie fordern eine bessere Integration der Photovoltaik in die Klima- und Energiepolitik auf europäischer Ebene und die Anerkennung der Solarenergie als Schlüsseltechnologie für die Zielstellungen im Rahmen des Europäischen Green Deals.

Der Grund für den Zusammenschluss ist die inhaltliche Ausgestaltung des Green Deal seitens der Europäischen Union, in dem der Photovoltaiksektor nach Meinung der Initiative zu wenig Berücksichtigung findet. Im Fahrplan der EU-Behörden zur Förderung der Energiewende wird zwar den erneuerbaren Energien eine entscheidende Rolle beim Ausstieg aus der Kohleverstromung und der Dekarbonisierung Europas zuerkannt, die Solarenergie hingegen bleibt konkret unerwähnt, ganz im Gegensatz zur Offshore-Windenergie, die als ein wichtiger Motor erachtet wird.

Solar Europe Now stellt das ein immense Potenzial der Photovoltaik heraus. Obwohl derzeit nur 3 Prozent des gesamten Strombedarfs der EU davon gedeckt werden, könnten bis 2030 15 Prozent bis 2030 erreicht werden. Auch wird auf die wissenschaftliche Forschung und die Wiedererlangung der europäischen Technologieführerschaft, ein mögliches Wirtschaftswachstum und die Schaffung von nachhaltigen Arbeitsplätzen hingewiesen.

Nach der Kürzung der Subventionen für Solaranlagen und dem folgenden wirtschaftlichen Abschwung versuchen die Branchenvertreter schon fast gebetsmühlenartig darauf hinzuweisen, dass der Ausbau der Solarenergie unabdingbar ist, um das EU-Ziel der Klimaneutralität bis 2050 erreichen zu können. Und fordern auch Geld.

So lautet das Fazit von Roch Drozdowski-Strehl, CEO des Institut Photovoltaïque de l’Île de France (IPVF), eines international anerkannten Photovoltaik-Forschungsinstituts mit Sitz in Frankreich und Gründer von »Solar Europe Now«:

»Ein dynamischer Photovoltaikmarkt ist die Grundlage für die Wiederbelebung der europäischen Solarproduktionsindustrie und die Schaffung von mehr als 100.000 Arbeitsplätzen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Der europäische Green Deal eröffnet die Möglichkeit, nachhaltige und arbeitsplatzschaffende Aktivitäten in den Bereichen emissionsarmer Technologien auszuweiten und so den Beschäftigungsrückgang im Sektor der fossilen Brennstoffe sowie in CO₂-intensiven Prozessen auszugleichen. Es ist unerlässlich, dass wir einen maßgeschneiderten politischen und finanziellen Rahmen entwickeln, um die europäische PV-Herstellungskapazität wiederzubeleben.«