E-Mobilität auf dem Wasser Mit dem Elektro-Schlauchboot unterwegs

E-Schlauchboot mit Elektroantrieb
E-Schlauchboot mit Elektroantrieb

Auch auf dem Wasser gibt ein Elektroantrieb eine gute Figur ab. Die Prädikate »leise« und »abgasfrei« erkauft man sich aber mit einem Nachteil, der nicht nur mit der geringen Akku-Kapazität zusammenhängt.

Schon lange gibt es Elektroantriebe in der Schifffahrt. Auf dem bayerischen Königssee, der in einem streng geschützten Naturschutzgebiet liegt, dürfen z.B.für die Passagierschifffahrt nur Elektroboote eingesetzt werden. Sie sind mit den guten alten Bleiakkus ausgerüstet und fahren relativ langsam.

Doch mit den leistungsfähigeren Li-Ion-Akkus kommt auch auf dem Wasser mehr Bewegung auf: Die Firma Torqueedo aus Starnberg baut schon seit einigen Jahren Elektroantriebe für Boote, die immer leistungsfähiger werden. Auch auf dem Starnberger See ist außer der Wasserschutzpolizei niemand mit einem Verbrennungsmotor unterwegs. Zum Angebot von Torqueedo gehört z.B. der Außenbordmotor »Deep Blue«, der eine Leistung von 36 PS hat.

Die Kreuzfahrtreederei Hapag Llloyd hat einen Teil ihrer Zodiac-Schlauchboote mit diesem Antrieb ausgerüstet. Die Boote kosten derzeit etwa das dreifache eines Verbrenners. Allerdings ist Hapag Lloyd in sehr seniblen Bereichen der Arktis und Antarktis unterwegs, die strengen Umweltschutzvorschriften unterliegen. Außerdem müssen sich die Boote hier unter extremen Bedingungen bewähren

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Torqueedo E-Boot-Antrieb

Der Außenbordmotor »Deep Blue« von Torqueedo im Einsatz.

Der große Vorteil des Elektroantriebs bei den Schlauchbooten ist der abgasfreie und leise Betrieb. Insbesondere bei Tierbeobachtungen ist das von großem Nutzen.

Der Akku hält im praktischen Einsatz für etwa zwei Stunden. Für die Kreuzfahrten reicht das für Zodiac-Ausfahrten, aber nicht für einen permanenten Pendelverkehr zwischen Schiff und einer Anlandungsstelle, zumal die Boote in dieser Zeit auch nicht ständig mit »Vollgas« fahren dürfen. Deshalb sind immer auch einige dieselbetriebene Zodiacs mit dabei.

Für die Passagiere sehr angenehm ist auch die Abgasfreiheit, denn sie sitzen genau auf Höhe der Auspuff-Öffnung. Auch wenn die sich hinten am Boot befindet – wenn der Wind ungünstig steht, weht das giftige Gas direkt zu den Fahrgästen.

Ein wichtiger Unterschied zu den dieselbetriebenen Zodiacs ist der Akku bzw. dessen Gewicht. Dadurch sind die Zodiacs wesentlich schwerer und längst nicht so wendig. Ein weiterer Nebeneffekt ist, dass die Boote bei stärkerem Wellengang heftiger mit der Nase aufsetzen und die Gischt entsprechend stärker ins Boot spritzt. Besonders diejenigen, die vorne sitzen, bekommen das zu spüren. Und schließlich muss man beim Anlanden sehr vorsichtig sein, denn die Zodiacs werden immer dann eingesetzt, wenn irgendwo angelandet werden soll, wo kein Hafen und kein Anlegesteg vorhanden ist. Eine Expeditionsleiterin sagt »Wenn wir zu schnell an den Strand fahren und das Boot aufsitzt, brauchen wir acht Leute, um das E-Zodiac wieder ins Wasser zu schieben. Bei den Verbrennern reichen zwei«.