Akkus und Batterien Lithium-Batterien als Fracht im Luftverkehr

Lithium-Batterien bei unsachgemäßer Behandlung verursachen Brand
Lithium-Batterien bei unsachgemäßer Behandlung verursachen Brand

Elektrochemische Speicher, die Lithium enthalten sind weltweit begehrt. Leider ist das Leichtmetall aber auch sehr reaktiv. Zum Schutz vor Gefahren gelten weltweit Vorschriften für die Luftfracht, die kürzlich verschärft wurden.

Für den Transport von Lithium-Zellen und Lithium-Batterien - egal ob Primär- oder Sekundärzelle, ob einzelne Zelle oder zur Batterie bzw. zum Akku-Satz verschaltet - sind aufgrund ihrer potenziellen Brand- und Explosionsgefahr Verpackungs- und Transportvorschriften zu beachten. Sie gelten für die komplette Beförderung einschl. das Verpacken, Verladen und Versenden. Für den Transport per Luftfracht gelten für Versender und Verpacker seit dem 1. April 2016 neue, verbindliche Vorschriften der ICAO (International Civil Aviation Organization) und der IATA (International Air Transport Association) speziell für Lithium-Ionen-Akkus (UN 3480) und Lithium-Batterien (UN 3090):

Die Änderungen beziehen sich auf die jeweiligen Verpackungsvorschriften PI 965 (Packing Instruction) für Lithium-Ionen-Akkus und PI 968 für Lithium-Batterien:

  • Die Lithium-Ionen-Zellen dürfen für den Transport maximal zu 30 Prozent (SOC) geladen sein.
  • Versender dürfen in einer Sendung und Umverpackung, nur ein Paket von Lithium-Ionen-Akkus oder Lithium-Batterien verschicken. Dies entspricht nach Teil II der PI 965, je nach Energiegehalt der Zellen, einer Masse von 2,5 kg (Netto) oder acht Zellen oder zwei Akku-Sätzen. Die Umverpackungen müssen mit dem bekannten Warnhinweis und zusätzlich dem Wort "Overpack" gekennzeichnet werden.

Der Versender muss Sendungen, die Lithium-Ionen-Akkus (UN 3080) oder Lithium-Batterien (UN 3480) enthalten, getrennt von anderen Versandgütern als Fracht versenden. Zudem muss jeder Sendung ein Dokument beiliegen mit dem Hinweis darauf, dass das Versandstück Lithium-Ionen-Zellen oder Lithium-Batterien enthält.

Bestehen Sendungen aus Packstücken mit Lithium-Energiespeichern und normaler, nicht-eingeschränkter Fracht, ist die Angabe der Anzahl der Packstücke mit Lithium-Ionen-Akkus oder Lithium-Batterien auf dem Luftfrachtbrief erforderlich. Fehlt diese, wird die gesamte Sendung als Versandstücke mit Lithium-haltigen Energiespeichern deklariert. Der Fachverband der Bauelemente Distribution e.V. (FBDI) weist darauf hin, dass bei nicht übereinstimmenden Angaben im Luftfrachtbrief und der Kennzeichnung von Gefahrgutsendungen diese nicht zum Luftfrachttransport akzeptiert werden können.

Mit den seit 1. April 2016 geltenden Änderungen wurde vom Governing Council der ICAO zeitgleich beschlossen, übergangsweise den Transport von Lithium-Ionen-Akkus als Fracht in Passagierflugzeugen zu verbieten. Davon ausgenommen sind Lithium-Ionen-Akkus, die in elektronischen Geräten von Fluggästen und Besatzungsmitgliedern eingebaut sind.