24-V-Stromversorgung Quint Power IV Individuell in Serie

Quint Power IV - Trend im Maschinen- und Anlagenbau
Quint Power IV - Trend im Maschinen- und Anlagenbau

Mit der 24-V-Stromversorgung Quint Power IV reagiert Phoenix Contact auf den Trend im Maschinen- und Anlagenbau, in immer kürzerer Zeit mehrere Varianten auf den Markt zu bringen.

Die Stromversorgung Quint Power der vierten Generation, die auf der diesjährigen Hannover-Messe vorgestellt wurde, bietet zahlreiche Möglichkeiten zur anlagenspezifischen Konfiguration. Damit hat der Inbetriebnehmer die Wahl, ob er die Stromversorgung mit der voreingestellten Standard-Konfiguration betreibt oder beispielsweise Meldeschwellen und Kennlinien den Anforderungen der Anlage anpasst. So sind die Geräte mit einer NFC-Schnittstelle ausgestattet, mit deren Hilfe die Stromversorgungen über mobile Endgeräte oder PCs parametriert werden können. Dadurch erhält der Inbetriebnehmer die Möglichkeit, z.B. Meldeschwellen und Kennlinien an die Anlage anzupassen. In Summe gibt es über 40 Parameter, die individuell eingestellt werden können. Ein weiterer Vorteil ist die Reproduzierbarkeit der Einstellungen: Ist die Stromversorgung einmal parametriert, können die Werte einfach mit Hilfe einer App oder Software auf andere Geräte übertragen werden. Ebenso können die Taster an der Vorderseite zum Verstellen der Ausgangsspannung sowie alle anderen eingestellten Parameter mit einem Passwort versehen werden. Dadurch ist das Gerät vor Manipulation geschützt.

Neu ist die Möglichkeit, die neue Stromversorgung mit individueller Voreinstellung zu bestellen. Der Kunde parame­triert das Gerät online nach seinen spezifischen Anforderungen. Sind die Daten einmal hinterlegt, kann die Stromversorgung mit den individuellen Einstellungen nachbestellt werden.

Stromversorgung mit Reserven

Die neue Generation der Quint Power ist gut gegen mechanische und elek­trische Einflüsse geschützt. Um verschiedene Lasten zuverlässig zu versorgen, gibt es Leistungsreserven in Form eines statischen und dynamischen Boost. Oft werden Anlagen über die Zeit immer wieder erweitert. Auf den Summenstrom wird dabei selten geachtet. Das hat Folgen: Bei herkömmlichen Geräten bricht die Ausgangsleistung zusammen und die Anlage steht still. Damit die Anlage stabil weiterläuft, kann die neue Generation Quint Power IV dauerhaft bis zu 125 Prozent des Nennstroms liefern. Zusätzlich wird jedoch ein Signal ausgegeben, dass das Gerät nun im statischen Boost arbeitet. So ist der Betreiber gewarnt, dass sich die Auslastung im oberen Bereich befindet, und er hat genügend Zeit zu reagieren. Eine kurzfristige Anlagenerweiterung ist daher jederzeit möglich.

Power Boost: schwierige Lasten zuverlässig starten
In größeren Maschinen oder Anlagen lässt sich nicht vorhersagen, welche Lasten zeitgleich einschalten. Zudem sollten auch die höheren Einschaltströme kapazitiver Lasten ohne Spannungseinbruch abgefangen werden. Befindet sich z.B. parallel zur Steuerung eine Last mit hohem Einschaltstrom, kann eine Stromversorgung ohne Leistungsreserve diese Last nicht starten. Darüber hinaus wird die Steuerung sogar ausfallen, da das Netzteil überlastet ist und die Ausgangsspannung einbricht. Eine Leistungsreserve des Netzteils ist folglich unumgänglich. Die Stromversorgungen Quint Power verfügen standardmäßig über die statische Leistungsreserve Power Boost und können somit bei gleich bleibender Spannung den höheren Strom im Einschaltmoment liefern. Damit steht für eine Anlagenerweiterung der statische Boost mit dauerhaft bis zu 125 % des Nennstroms zur Verfügung. Zusätzlich liefert die Stromversorgung mit dem dynamischen Boost für das Anfahren schwerer Lasten 5 s bis zu 200 % des Nennstroms.

 

Sind kapazitive Lasten mit hohen Anlaufströmen zu starten oder laufen mehrere 24-V-Verbraucher gleichzeitig an, liefert der dynamische Boost über fünf Sekunden bis zu 200 % des Nennstroms (Kasten „Power Boost“).

In Fällen, wo sonst eine 20-A-Stromversorgung benötigt wurde, reicht dann eine Stromversorgung mit 10 A aus, da hohe Einschaltströme ohne Spannungseinbrüche abgefangen werden. Die von den Vorgängerreihen bekannte SFB-Technologie lässt sich nun im Einzelfall deaktivieren. Sie stellt mit dem sechsfachen Nennstrom für 15 ms ausreichend Strom bereit, um handelsübliche Leitungsschutzschalter auszulösen. Nur der fehlerhafte Strompfad wird abgeschaltet, der Fehler ist eingegrenzt und wichtige Anlagenteile bleiben weiterhin in Betrieb (Bild 1).

Das Netzteil besitzt eine präventive Funktionsüberwachung zur Ferndiagnose. Dabei werden Ausgangsspannung und -strom permanent überwacht.

Kritische Situationen werden via LEDs an der Frontseite (Bild 2) visualisiert und per potenzialfreiem Relaiskontakt sowie aktivem Signalausgang der Steuerung gemeldet, bevor eine Störung auftritt. Liefert die Stromversorgung mehr als den angegebenen Nennstrom, befindet sie sich im Boost-Betrieb. Die Stromversorgung und die angeschlossenen Verbraucher arbeiten normal weiter; die Ausgangsspannung beträgt 24 V Gleichspannung. Kommt es im statischen Boost zu einer weiteren Erhöhung der Last, die auch der dynamische Boost nicht abfangen kann, bricht die Versorgung ein. Dann kann mit der präventiven Signalisierung frühzeitig reagiert werden, bevor Fehler auftreten. So kann beispielsweise ein schwergängiger Motor lokalisiert und getauscht werden, bevor andere Verbraucher Spannungseinbrüche verzeichnen.