Wireless Power Herausforderung Zulassung

Isabelle Ludwig, Cetecom, beantwortet Fragen zur Zulassung von Wireless-Power-Transfer-Systemen.
Isabelle Ludwig, Cetecom, beantwortet Fragen zur Zulassung von Wireless-Power-Transfer-Systemen.

Hersteller von Wireless-Power-Systemen müssen darauf achten, dass ihre Produkte regulatorische Vorgaben einhalten – auch die Anforderungen für Funkanlagen. Eine komplexe Aufgabe, findet Isabelle Ludwig von Cetecom, die dazu einen Workshop beim Wireless Power Congress leitet.

?   Frau Ludwig, in Ihrem Workshop beim Wireless Power Congress 2018 widmen Sie sich der weltweiten Zulassung von Wireless-Power-Geräten. Was ist der Hintergrund?

!   Isabelle Ludwig: Die Anzahl der Geräte mit Funktechnik, die wir täglich nutzen, wächst exponentiell. Automobil-Komponenten, Wearables, Medizinprodukte, Unterhaltungselektronik – alle verwenden Funktechniken. Hinzu kommt nun vermehrt der Bedarf an einer Wireless-Power-Funktion bei diesen Geräten. Hersteller stehen nunmehr vor einem erhöhten Bedarf an Zertifizierung, bevor sie ihre Produkte vermarkten können. In diesem Prozess ist eine der größten Herausforderungen für die Hersteller klar definiert: Was muss ich für eine globale Zulassung meines Produktes beachten?

 

? Welche Anforderungen gelten speziell für Wireless-Power-Transfer-Systeme?

 

!   Ludwig: In diesem Fall muss man unterscheiden. Zum einen sprechen wir hier über eine Zulassung der Wireless-Power-Funktion, zum anderen über die regulatorischen Anforderungen für eine Marktzulassung in den jeweiligen Zielländern.

Beide Szenarien sind für die Zulassung von Wireless-Power-Transfer-Geräten relevant.

So fokussiert die Zulassung des Gerätes auf Basis der WPC-Standards rein auf die Funktion des kontaktlosen Ladens, die regulatorische Zulassung bezieht sich dagegen auf die Gesamtzulassung des Gerätes für die jeweiligen Märkte.

 

?   Gibt es einheitliche Standards/Verfahren oder hat jedes Land eigene Zulassungsverfahren?

!   Ludwig: Grundsätzlich haben viele Länder eigene Zulassungsvorgaben und -verfahren. In der EU gilt die CE-Kennzeichnung basierend auf der Funkanlagenrichtlinie, für die USA ist eine FCC-Zertifizierung notwendig.

Dies sind auch die beiden wichtigsten regulatorischen Zertifizierungsregime, da sich viele nationale Regime an diesen beiden orientieren. Insgesamt muss man aber festhalten, dass es kein globales Zertifizierungsregime gibt und jedes Land eigene Vorgaben und Richtlinien vorgibt, die von Herstellern zur Markteinführung eingehalten werden müssen.

 

?   Was sind die häufigsten Probleme, mit denen Entwickler und Systemintegratoren bei der Zulassung von Wireless-Power-Geräten konfrontiert werden?

!   Ludwig: Im Grunde können Probleme bei der internationalen Zulassung für alle Arten von Produkten, nicht nur Wireless-Power-Geräte, auftreten; eine gute Grundlage ist immer das vorherige Bestehen einer CE-Prüfung und die Erlangung einer FCC-Zulassung. Darüber hinaus muss im internationalen Bereich immer geprüft werden, ob im jeweiligen Land der ganze für Wireless Charging genutzte Frequenzbereich erlaubt ist oder ob man hier mit Einschränkungen rechnen muss und das Gerät dann für einzelne Märkte anpassen muss.

 

Isabelle Ludwig

arbeitet seit Anfang 2014 als Account Manager bei Cetecom. Sie hat 22 Jahre Berufserfahrung im Bereich Telekommunikation, Funkkommunikation und industrieller Datenkommunikation sowie der Zertifizierung von Wireless-Produkten.

Isabelle.Ludwig@cetecom.com