2. Elektronik ecodesign congress: Grüner Informationsschub

Zum zweiten Mal veranstalten die Zeitschrift Elektronik und das Fraunhofer Institut Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM) den Elektronik ecodesign congress. Ein Kernthema werden die korrigierten Richtlinien WEEE und RoHS sein - die Version 2.0.

Der effiziente Umgang mit Rohstoffen und Energie ist nur mit moderner Elektronik möglich. Die Elektronik nimmt inzwischen eine Schlüsselfunktion ein, wenn es darum geht den Umwelteinfluß von Technik zu reduzieren. Die Energie- und CO2-Sparziele der Europäischen Union lassen sich nur mit elektronischen Hilfmitteln erreichen - angefangen bei Stecker-Schaltnetzteilen über Drehzahlsteller für Industriemotoren bis zur Steuerung von Windkraftparks. Dies führt aber auch dazu, dass immer mehr Elektronik eingesetzt wird. Trotz fortschreitender Miniaturisierung beansprucht Elektronik immer mehr Rohstoffe und der Berg alter, ausgedienter Elektronik wächst rapide. Die WEEE- und RoHS-Richtlinien der Europäischen Union aus dem Jahr 2002 sind ein erster Schritt, um die Hersteller von Elektro- und Elektronikgeräten zu zwingen, Elektronikprodukte selbst umweltfreundlicher zu machen. Der zweite Schritt, die EuP-Richtline nimmt alle energiebetriebene Produkte ins Visir, fordert Ökodesign bei der Produktentwicklung ein und setzt Mindeststandards in Sachen Wirkungsgrad. Innerhalb der EU werden bald nur noch „grüne“ Elektronikprodukte legal auf dem Markt sein.

Nun hat sich die Europäische Union für dieses Jahr vorgenommen die Richtlinien WEEE und RoHS zu verbessern. Dabei soll nicht nur die Korrektur der Fehler, sondern auch eine Anpassung an den Stand der Technik erfolgen - also eine Verschärfung. Eigentlich sollten die Änderungen schon vor der Sommerpause des Parlamentes beschlossen sein. Nun verlängert sich der Prozess bis in den Herbst.

Start mit WEEE/RoHS 2.0

Gleich zu Beginn des 2. Elektronik ecodesign congress am 13. Oktober stehen die Änderungen der WEEE- und RoHS-Richtlinien im Mittelpunkt. Markus Hornberger vom Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) wird in seinem Vortrag die Änderungen und Verbesserungen in den neuen Richtlinienversionen 2.0 vorstellen. Er leitet auch die anschließende Podiumsdiskussion mit Vertretern des EU-Parlaments, der EU-Kommission, des Umweltbundesamtes und eines Landesumweltministeriums sowie Vertretern der Industrie.

Die politischen Forderungen in den Richtlinien und Gesetzen müssen aber im industriellen Alltag umgesetzt werden. Unternehmensstrategie, Arbeitsablauf, interne Entwurfsregeln sind anzupassen. Ein komplexes Thema, dass zwei Sitzungsblöcke des 2. Elektronik ecodesign congress füllt.

Zweites großes Thema des 2. Elektronik ecodesign congress ist Energieeffizienz. Es wird nicht nur in den Vortragsreihen Stromversorgung und energieeffiziente Elektronik behandelt, sondern zieht sich wie ein roter Faden durch nahezu alle sechs Vortragsreihen.

Den 2. Elektronik ecodesign congress veranstaltet die Zeitschrift Elektronik gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM) in Berlin. Er findet am 12. und 13. Oktober im Konferenzzentrum München, Hanns Seidel Haus, Lazarettstr. 33, 80636 München statt. Am 12. Oktober laufen Workshops. Im ersten Workshop „Praktische Aspekte der Energieautarkie“ zeigt Dr. Adrian Mahlkow vom Optotransmitter-Umweltschutz-Technologie e.V. wie eine analoge Sensorschaltung auf Enegriesparen getrimmt werden kann, so dass sich die Schaltung per energy harvesting speisen lässt. Er zeigt, wie eine Schaltung schrittweise energieoptimiert werden kann und gibt Tipps zur richtigen Bauteilauswahl. Im zweiten Workshop „Von der EuP- zur ErP-Richtlinie“ vermitteln Dr. Nils Nissen, Dr. Lutz Stobbe und Karsten Schischke vom Fraunhofer IZM den aktuellen Stand der fortlaufenden EuP-Implementierung. Wichtiger Aspekt hierbei ist der erweiterte Geltungsbereich hin zu energieverbrauchsrelevanten Produkten (ErP). Die Referenten erläutern auch die bisherigen Zwischenergebnisse der am Fraunhofer IZM laufenden Vorstudien zu „Networked Standby“ und „Machine Tools“.