Elektronik-Zeitreise Elektronische Eieruntersuchung

Die Sortieranlage aus dem Jahr 1956 war immerhin so gut, dass alle schlechten Eier erfasst wurden.
Die Sortieranlage aus dem Jahr 1956 war immerhin so gut, dass alle schlechten Eier erfasst wurden.

Gutes Ei, schlechtes Ei. Wie kann dem Kunden garantiert werden, dass er ein einwandfreies Produkt kauft? Ein Elektronik-Artikel über die Qualitätsüberwachung in der Lebensmittelindustrie aus dem Jahr 1956.

Bis zu 500 Eier in der Minute können mit Hilfe einer lichtelektronischen Einrichtung auf Fäulnis und Bakterien im Eiweiß untersucht werden. Dabei werden nicht einwandfreie Exemplare automatisch aussortiert. Die Anordnung arbeitet mit ultraviolettem Quecksilberdampflicht und zwei Fotozellen. Die verschiedenen Farben der Eierschalen als möglicher Störungsfaktor werden ausgeschaltet.

Im ultravioletten Licht zeigen unverdorbene weißschalige Eier schwache Fluoreszenz, die bei der Wellenlänge von 540 nm ein Maximum aufweist. Unverdorbene braunschalige Eier weisen schwächere Fluoreszenz im roten Bereich des Spektrums auf.

Eierschalen haben im Bereich ultravioletten Lichts nur geringe Durchlässigkeit. Um im Inneren der Eier Fluoreszenz zu erregen, erwies sich Licht von einer Wellenlänge zwischen 400 und 440 nm als am besten geeignet. Daher wurde eine Quecksilberdampflampe verwendet, die im Bereich von 405 bis 436 nm eine besonders große Ausbeute zeigt, im Bereich von 500 nm aber eine geringe.

Weiße und braune Eier verhalten sich unterschiedlich

Die Lichtstärke der ausgelösten Fluoreszenz kann durch Farbunterschiede der Eierschalen im Verhältnis von 10.000 bei weißschaligen Eiern bis zu 1 bei stark braunfarbigen Schalen schwanken. Um diese Unterschiede, die für die Untersuchung ohne Belang sind, auszuschalten, liegt eine der Fotozellen in einer Rückkoppelschaltung, durch die die Vorspannung beider Zellen beeinflußt wird.

Dadurch wird der Anodenstrom der Fotozelle, die zusammen mit dem Filter für 490 nm arbeitet, konstant gehalten. Der Anodenstrom der anderen Zelle, die mit dem Filter für 510 nm arbeitet, wird gemessen und ergibt das Verhältnis der beiden Ströme. […]

Die letzte Stufe der Einrichtung ist mit einem Thyratron bestückt. Es betätigt das Relais, bei dessen Schluß ein nicht einwandfreies Ei aussortiert wird. Der Probebetrieb einer solchen Sortiereinrichtung ergab, daß alle schlechten Eier erfaßt wurden, darüber hinaus auch noch 2,3 % gute Eier, die als schlecht aussortiert wurden. Die Streuung liegt also so, daß das Ziel mit Sicherheit erreicht