Studie vom Fraunhofer ISE Auswirkungen der Sonnenfinsternis auf das Stromnetz

Diese Frage beschäftigt nicht nur die Fachwelt, sondern auch die Allgemeinheit: Welche Auswirkungen hat die partielle Sonnenfinsternis auf das Stromnetz? Bricht es zusammen? Hier die Antworten.

Am Freitag ist es soweit: In Deutschland wird der Mond gegen 9:30 Uhr die Sonne bis zu 80 Prozent verdecken. Bis es soweit ist, beschäftigt jedoch nicht nur die Fachwelt die Frage, welche Auswirkung die partielle Sonnenfinsternis auf das Stromnetz hat. Von kaum Auswirkungen bis zum totalen Zusammenbruch der Stromversorgung kann man in den Medien alles lesen. Aber welche Auswirkungen hat die partielle Sonnenfinsternis nun auf unser Stromnetz?

Die Frage ist durchaus berechtigt, sorgen im Zuge der Energiewende doch viele Photovoltaik-Anlagen für den nötigen Strom in Deutschland. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg hat sich diesem Problem angenommen und verschiedenen Szenarien simuliert. Die Ergebnisse haben Sie in dem Bericht »Sonnenfinsternis am 20 März 2015 – Auswirkungen auf die Systemstabilität der deutschen Stromversorgung« veröffentlicht. Das Ergebnis: Keinen Grund zu Panik.

Bilder: 8

Sonnenfinsternis 2015 - Auswirkungen

Wie wirkt sich die partielle Sonnenfinsternis auf das deutsche Stromnetz aus?

Simulation anhand von Daten echter PV-Anlagen
Die Fraunhofer-Forscher analysierten die Auswirkungen der Sonnenfinsternis auf die deutsche Stromversorgung. Im Fokus der Untersuchung steht dabei die Simulation der durch PV-Anlagen erzeugten Stromeinspeisung während der Sonnenfinsternis, aufgrund derer die Stromeinspeisung temporär einbrechen wird. Die Forscher nutzten für die Simulation historische Messdaten realer PV-Anlagen aus den Jahren 2011 bis 2014. Der Projektleiter Prof. Bruno Burger erklärt die Verwendung dieser Daten: »Damit können wir für eine Vielzahl unterschiedlicher und realitätsnaher Wetterereignisse die Auswirkungen der Sonnenfinsternis auf die deutschlandweite PV-Leistung abbilden.«

Natürlich spielt bei der Simulation auch das Wetter eine Rolle: Ist es am Freitag stark bewölkt, ist mit eher geringen Auswirkungen auf die Stromversorgung zu rechnen, da bei solch einem Wetter die eingespeiste Leistung von PV-Anlagen sowieso eher gering ist – das ist der »Best Case«. Der »Worst Case«: Keine Wolke trübt den Himmel und die Sonne scheint voll auf die rund 1,4 Mio. PV-Anlagen – so geschehen am 20. März 2014. Hier wirkt sich die Sonnenfinsternis deutlich stärker auf die deutschlandweite PV-Leistung und somit auf das Stromnetz aus (Ergebnisse in der Bildergalerie).