Elektronik Ecodesign-Preis: Ausgezeichnete „grüne“ Diplomarbeiten

Ecodesign-Pokal der Elektronik
Den Pokal des Elektronik Ecodesign-Preis 2011 erhält Prof. Dr.-Ing. Georg Fischer von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Lehrstuhl für Technische Elektronik, für die von Michael Kamper geschriebene Diplomarbeit „Untersuchung von geschalteten Verstärkern zur Verbesserung des Wirkungsgrads bei HF-Leistungsverstärkern“.

Mit dem Elektronik Ecodesign-Preis zeichnet die Fachzeitschrift Elektronik Hochschulen und Absolventen für herausragende „grüne“ Abschlussarbeiten aus. Am 12. Oktober 2011 wurden in München die diesjährigen Preisträger während des 3. Elektonik ecodesign congress geehrt.

Seit drei Jahren verleiht die Fachzeitschrift Elektronik den Elektronik Ecodesign-Preis. Mit ihm werden herausragende Diplom- und Masterarbeiten ausgezeichnet, die ein Thema behandeln, das den Umwelteinfluss von Elektronik verbessern kann. Der Elektronik Ecodesign-Preis ist mit insgesamt 5000 Euro dotiert – 3000 Euro für Platz 1, 1500 Euro für Platz 2 und 500 Euro für Platz 3. Sponsor des Preisgeldes ist in diesem Jahr wieder Texas Instruments.

Die Auszeichnung richtet sich sowohl an Absolventen, die sich mit ihrer Abschlussarbeit bewerben können, als auch an Hochschulen, die ihre besten Studenten für den Elektronik Ecodesign-Preis vorschlagen können. Das Preisgeld erhalten die Absolventen. Ihre jeweiligen Hochschulen, insbesondere der Fachbereich an dem die Arbeit verfasst wurde und der die Arbeit betreuende Professor, werden mit Urkunden geehrt. Die Hochschule des Erstplatzierten erhält außerdem den Elektronik Ecodesign-Pokal. Der Elektronik Ecodesign-Preis belohnt damit das Engagement „grüne“ Aspekte in der Ingenieursausbildung zu integrieren.

Um nicht nur den Fachbereich Elektrotechnik anzusprechen, sondern um alle Fachbereiche – Physik, Chemie, Verfahrenstechnik, Umwelttechnik, Informatik etc. – zu ermutigen, sich für umweltfreundlichere Elektronik einzusetzen, wurde das Teilnehmekriterium weit gefasst: Die Abschlussarbeit muss das Potential haben, den Umwelteinfluss von Elektronik verbessern zu können.

Über die Platzierung der eingereichten Arbeiten entscheidet eine fünfköpfige Jury aus:
Prof. Dr. Klaus-Dieter Lang von der TU Berlin,
Prof. Dr. Dr. F. J. Radermacher von der Universität Ulm,
Ao.Univ.Prof.DI Dr. Wolfgang Wimmer von der TU Wien,
Miro Adzan, Texas Instruments Deutschland GmbH und
Gerhard Stelzer, Chefredakteur der Elektronik.

TU Berlin zum zweiten Mal Preisträger

Den mit 3000 Euro dotierten 1. Platz für die beste Arbeit vergab die Jury an Michael Kamper für seine Diplomarbeit: „Untersuchung von geschalteten Verstärkern zur Verbesserung des Wirkungsgrads bei HF-Leistungsverstärkern“ (Bild 1).

Er studierte allgemeine Elektrotechnik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und verfasste seine Diplomarbeit am Lehrstuhl für Technische Elektronik, betreut von Prof. Dr.-Ing. Georg Fischer.

Prof. Dr. Klaus-Dieter Lang: „Die Arbeit ist ein wichtiger Zwischenschritt für die effizienzorientierte Auslegung von Digitalverstärkern, die auch in diesem Bereich reale Energieeinsparungen erwarten lassen."

Prof. Dr. Dr. Franz Josef Radermacher: „Die dargelegte Energieeinsparung im Umfeld von geschalteten HF-Leistungsverstärkern ist bedeutsam für zukünftige Entwicklungen im Kommunikationsbereich und leistet daher einen wichtigen Beitrag zum Thema Nachhaltigkeit.“

Miro Adzan, Texas Instruments: „Verbesserungen der Effizienz bei Leistungsverstärkern in mobilen Endgeräten  haben einen hohen Stellenwert bzgl. Kundennutzen und Reduktion des Primaerenergiebedarfs. Inhaltlich überzeugt vor Allem die klare Gliederung der Arbeit und die sowohl theorethisch als auch experimentell fundierte Umsetzung des Themas. Die eperimentellen Ergebnisse entsprechen dem Erwartetem und bieten eine gute Grundlage zur weiterführenden Diskussion.“

Für die zweitbeste Arbeit wurde Alexander Schlösser mit Platz 2 und 1500 Euro Preisgeld ausgezeichnet (Bild 2). Er studierte Wissenschafts- und Technikgeschichte sowie technischen Umweltschutz an der Technischen Universität Berlin und verfasste seine Magisterarbeit „Umweltpolitik für Elektronik / Green IT – Eine Betrachtung umweltpolitischer Gesetze in der V.R. China und Deutschland anhand ausgewählter Beispiele“ am Institut für Philosophie, Wissenschaftstheorie, Wissenschafts- und Technikgeschichte, betreut von Prof. Dr. Wolfgang König.

Prof. Dr. Dr. Franz Josef Radermacher: „Die Arbeit fasst die Entwicklung der Umweltpolitik in den untersuchten Ländern detailliert zusammen und verdeutlicht die jeweilige Problematik in den einzelnen Ländern in anschaulicher Weise, besonders auch im Hinblick auf Nachhaltigkeit. Die Arbeit liefert daher einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der komplexen Sachverhalte im Umfeld der Umweltpolitik."

Miro Adzan, Texas Instruments: „Herr Schlösser greift ein wichtiges Thema auf, dass gerade im globalen Wirtschaften einen weltumspannenden Einfluss hat. Interessant ist seine Bestätigung, dass China Umweltstandards in der Produktion bzw. Produktgestaltung eingeführt hat, um seinen hohen Exportanteil nicht zu gefährden. Insgesamt vermittelt Herrn Schlössers Arbeit einen guten Einblick in die unterschiedlichen Umweltschutzansätze in der Entwicklung und Produktion von Elektronischen Geräten und die dazugehörigen politischen bzw. regulatorischen Rahmenbedingungen in Deutschland und der EU auf der einen und China auf der anderen Seite.“

Platz 3 des Elektronik Ecodesign-Preises blieb in diesem Jahr unbesetzt. Die Jury fällte die Entscheidung ohne Prof. Dr. Klaus-Dieter Lang, der sich wegen des Bewerbers der TU Berlin enthielt.