Miese Öko-Bilanz des Bitcoin Auf der Suche nach stromsparenderen Krypto-Währungen

Mit Kohlestrom gespeiste Mining-Farmen

Die enorme Nachfrage nach Bitcoin lasse die Kosten der Transaktion steigen, sagte am Montag der ehemalige Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Thomas Mayer, im Deutschlandfunk.

»Es ist nicht ganz einfach, diese Eigentumsübertragungen zu verifizieren. Dazu braucht es erhebliche Rechnerleistung. Und der eigentliche Vorteil dieser Technik, nämlich schnell, günstig Eigentumsübertragungen zu erfassen, löst sich jetzt langsam auf, denn es dauert immer länger oder kostet immer mehr, um diese Eigentumsübertragung zu verifizieren.«

Damit sich das Schürfen der Digitalwährung noch lohnt, weichen die großen Player in der Bitcoin-Szene auf Länder aus, in denen Strom nicht viel kostet. Dazu gehört auch Island, wo Ökostrom vergleichsweise billig zu haben ist. Das Gros der Bitcoin-Einheiten wird aber inzwischen in China geschürft, wo Mining-Farmen im Zweifelsfall mit Kohlestrom gespeist werden. Rund zwei Drittel des chinesischen Stroms werden aus fossilen Brennstoffen erzeugt.

Für einen ökologischeren Bitcoin

Vor diesem Hintergrund hat Bram Cohen, der Erfinder des Filesharing-Systems BitTorrent, angekündigt, eine eigene Digitalwährung herauszubringen. Sein Chia Network setzt zwar wie Bitcoin auch auf die Blockchain-Technologie, soll aber bei den Transaktionen mit deutlich weniger Energie auskommen.

Bei der Verifizierung soll nicht mehr die Prozessorleistung eine Rolle spielen, sondern der Speicherplatz. »Die Idee ist, einen besseren Bitcoin zu schaffen«, sagte Cohen dem Portal TechCrunch. Außerdem könne man mit dem Chia-System die Instabilität des Bitcoin beseitigen, die auf die Abhängigkeit von wenigen Minern zurückzuführen sei, die Zugang zu den billigsten Energiequellen haben.

Im Chia Network sollen auch keine Miner (Bergleute) arbeiten, sondern Farmer. »Es ist technisch anspruchsvoll und es gibt einen großen Berg von Arbeit zu erledigen«, sagte Cohen. Er habe aber bereits genügend Geld von Investoren eingesammelt und auch schon die notwendigen Mitarbeiter eingestellt. Im zweiten Quartal sollen erste
Chia verkauft werden
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