Interview mit Frank Schimmer Von der LED bis zum kompletten Lighting-System

Frank Schimmer, MSC Vertriebs GmbH: »Wir wollen auch im Lighting-Bereich einer der Big Player werden!«
Frank Schimmer, MSC Vertriebs GmbH: »Wir wollen auch im Lighting-Bereich einer der Big Player werden!«

Die MSC Vertriebs GmbH hat jetzt ein Europa umspannendes Netz an MSC Lighting Competence Centern aufgebaut. Damit ist der technisch orientierte Distributor bestens gerüstet, nicht nur seinen Kunden vielfältige Komponenten zu liefern, sondern umfassende Lighting-Systeme zu realisieren.

Herr Schimmer, hat die MSC Vertriebs GmbH hat das Thema Lighting jetzt für sich entdeckt?

Frank Schimmer: Wir haben Mitte des Jahres zwei MSC Lighting Competence Center hier in Deutschland etabliert. Während in Frankenthal unsere Line-Manager agieren, unterstützen die Business-Development-Manager des Wiesbadener Kompetenzzentrums alle MSC-Vertriebsbüros im deutschsprachigen Raum und in den Benelux-Ländern. Ausgehend von den beiden hierzulande eingerichteten Kernkompetenzzentren wurden bereits weitere Competence Center in Belgien, Frankreich, Italien, in den Niederlanden, Österreich, der Schweiz und in Spanien eingerichtet. In diesen Regionen stehen unseren Kunden zahlreiche Lighting-Experten mit fundiertem technischem und ökonomischem Beratungs-Know-how und großer Erfahrung zur Verfügung. Sie sehen also, dass wir bestens positioniert sind für die Anforderungen des Lighting-Marktes. Wir arbeiten mit führenden Herstellern auf diesen Gebieten zusammen und liefern hochwertige LEDs, Sekundäroptiken, LED-Treiber und Power Controller sowie die entsprechende Elektromechanik. Darüber hinaus entwickeln wir als kompetenter Lösungsanbieter unter Berücksichtigung des entsprechenden Kühlmanagements komplette, kundenspezifische Lighting-Lösungen.

Einige andere Distributoren haben sich schon früher im Bereich Lighting engagiert. Kommt MSC nicht zu spät?

Nein, wir haben bereits vor gut zwei Jahren unseren Messestand auf der embedded world komplett mit LED-basierenden Beleuchtungssystemen ausgestattet. Unsere Mitarbeiter haben deutlich gespürt, dass der hell erstrahlte Stand ein wesentlich besseres Klima bringt als konventionell beleuchtete Ausstellungsflächen. Dennoch war die Reaktion unserer Kunden damals noch recht verhalten, zu diesem Zeitpunkt steckte das Thema LED-Lighting noch in den Kinderschuhen und das allgemeine Interesse war noch recht gering. Die Zeit für LED-basierende Leuchten war noch nicht reif. Und wir sind in den vergangenen zwei Jahren nicht untätig geblieben. Wir haben zum Beispiel zahlreiche Projekte für LED-Leuchtsysteme zur Serienreife gebracht, komplette Lichtfelder entwickelt und Down-Light-Lampen spezifiziert. Darüber hinaus befassen wir uns seit langem mit Themen wie der Lebensdauer von High-Brightness-LEDs und LED-Flächenbeleuchtungen. Nur dank dieser technischen Kompetenz konnten wir trotz zahlreichen Playern auf diesem Wachstumsmarkt wichtige Distributionsverträge mit führenden Herstellern abschließen.

Wie schätzen Sie den Markt für LED-basierende Beleuchtungssysteme ein?

An LEDs in der Beleuchtungstechnik kommt man nicht mehr vorbei, dieser Trend lässt sich nicht aufhalten. Leistungsfähige Leuchtdioden beeinflussen hochmoderne Lichtplanungskonzepte bereits heute nachhaltig. Gerade durch die gestiegenen Energiepreise und aufgrund der Verordnung 245/2009 der europäischen Kommission, die die Rahmenbedingungen für den Ausstieg aus den veralteten Beleuchtungstechnologien festlegt, eröffnet sich ein riesiges Potential für LEDs im Beleuchtungsmarkt. Bis zum Jahr 2020 soll sich der Umsatz der LED-basierenden Leuchtmittel verzehnfachen.

Was sind, kurz gesagt, die wesentlichen Vorteile von LED-Beleuchtungssystemen?

Neben ihrer Umweltfreundlichkeit überzeugen hochwertige LEDs vor allem durch die bis zu zehnfache Energieeffizienz. Ein weiterer Pluspunkt der LEDs ist ihre ex-trem lange Lebensdauer, die je nach Systemdesign zwischen 25.000 bis weit über 50.000 Stunden liegen kann. Häufige Ein- und Ausschaltzyklen haben keinen negativen Einfluss auf die Lebensdauer. Dank ihrer Robustheit sind die LEDs nicht nur für Innenräume, sondern auch für Outdoor-Anwendungen geeignet. Sie zeichnen sich sowohl durch eine hohe Stoß- und Schockfestigkeit als auch durch eine niedrige Vibrationsempfindlichkeit aus. Da die flimmerfreien LED-Lampen im Vergleich zu herkömmlichen Leuchten nicht so schnell verschmutzen, müssen sie nur in relativ langen Abständen gewartet und selten ausgetauscht werden.

Was sind die Voraussetzungen, um als Distributor im Lighting-Markt eine führende Rolle zu spielen?

Ein Meilenstein ist für uns vor allem das Distributions​abkommen mit einem der namhaften LED-Hersteller, Cree. Wir haben uns - entsprechend der Philosophie unseres Gründers und Firmeninhabers Manfred Schwarztrauber - schon in den Bereichen Mikrocontroller,
FPGAs, Displays, Power-Komponenten als technisch orientierter Distributor bewiesen. Auf der Basis unserer genauen Marktbeobachtungen wollen wir in den nächsten Monaten den LED-Markt besonders forcieren und uns innerhalb kurzer Zeit auf diesem Gebiet einen Namen machen.

Sie haben in den letzten Monaten in Europa ein Netz an MSC Lighting Competence Centern aufgebaut. Welche Aufgaben haben diese Kompetenzzentren?

Unsere LED Competence Solution Teams verfügen über eine umfangreiche Expertise, um aus allen verfügbaren Produkten, von Einzelkomponenten bis hin zu komplexen Modulen, die optimale Lighting-Lösung zu realisieren. Auf der Basis der unterschiedlichen Bausteine von verschiedenen Herstellern, Standard-, High-Power- und High-Brightness-LEDs, Sekundäroptiken, Treiber-Elektronik, Power-Komponenten sowie der Elektromechanik und der Halbzeuge, können unsere Spezialisten kompetente, zielorientierte Beratung gewährleisten. Dabei kommt der MSC natürlich als eigener Modulhersteller und international agierender Entwicklungspartner die langjährige Erfahrung im Bauelementevertrieb und die hohe Wirtschaftlichkeit mit vereinfachter Logistik- und Lagerhaltung zugute. Alles aus einer Hand!

LED-basierende Beleuchtungssysteme sind also komplexer, als wir uns vorstellen. Haben Sie ein Beispiel?

Ich wähle als stellvertretendes Beispiel eine intelligente Straßenbeleuchtung mit einem Powerline-Bussystem. Jede einzelne Leuchte wurde mit einer eigenen IP-Adresse versehen. Über ein Tableau lassen sich dann alle Leuchten gesondert ansprechen und zum Beispiel je nach Bedarf in der Helligkeit regeln, um erhebliche Energieersparungen zu erzielen. Zusätzlich kann man von einer Zentrale aus die zuverlässige Funktion der LED-Leuchten überwachen und die Wartungseinsätze optimieren.

Welche Trends im Lighting-Bereich sehen Sie?

Die Lichtausbeute in Lumen pro Watt wird immer weiter steigen, was beispielsweise für Automotive-Applikationen sehr wichtig ist. Dabei entsteht Wärme, die nur durch eine intelligente Kühlmöglichkeit aus dem System abgeführt werden kann. Vor neue Herausforderungen stellen uns unter anderem die Themen Energieersparnis, High-Brightness-LEDs, Dimmbarkeit der LEDs und Flächenlicht als Ersatz von Neonröhren. Darüber hinaus sind die Anforderungen in Bezug auf die CE- und TÜV-Zulassungen zu klären.

Welche Aktionen planen Sie für die nächsten Monate?

Unseren Kunden stellen wir neben der aktuellen Broschüre „LED Component Solutions“ eine Reihe von speziellen Applikationsschriften zur Verfügung. Im Herbst sind wir auf verschiedenen Lighting-Fachkongressen und Symposien vertreten. Ende des Jahres und im 1. Quartal 2012 beginnen wir mit eigenen Seminarreihen, interessierte Kunden können sich über den MSC-E-Mail-Server regis-trieren und erhalten so alle aktuellen Seminartermine und News aus dem Produktbereich Lighting der MSC Vertriebs GmbH.

Was ist das Ziel der MSC im Lighting-Markt?

Schimmer: Wir wollen einer der Big Player werden! Der Schlüssel dafür ist unsere Lighting-Kernkompetenz als technisch orientierter Distributor. Wir begleiten unsere Kunden gerne von der Auswahl einzelner Komponenten bis zur Realisierung der optimalen Beleuchtung. Sie können von unseren MSC Competence Centern und unserem MSC-Service rund um die LED-Technologie profitieren.

 

Das Interview führte Rosemarie Krause, Technisches Redaktionsbüro, für die Fachzeitschrift Elektronik.