»ExtremeUSB« USB geht auch ohne Umstecken

USB-Hosts und -Geräte kommunizieren im LAN und lassen sich einander ohne Umstecken zuordnen.
USB-Hosts und -Geräte kommunizieren im LAN und lassen sich einander ohne Umstecken zuordnen.

Für das Verbinden von PC und Peripheriegeräten oder Speichersticks ist eine USB-Schnittstelle sehr beliebt, hat aber auch ein paar Nachteile. Mangelnde Reichweite und häufiges Umstecken sollen jetzt der Vergangenheit angehören.

USB ist vielleicht nicht die allerschnellste Methode zur Datenübertragung, dafür aber für den Benutzer überaus bequem. Er muss sein USB-Gerät einfach einstecken und kann loslegen; um alles andere kümmert sich das Betriebssystem – Plug & Play. Nachteilig wirkt sich aber die begrenzte Reichweite aus. Ohne aktive Verstärkung ist nach etwa fünf Metern Schluss. Außerdem können USB-Geräte immer nur mit einem Rechner gleichzeitig verbunden sein, was dem Benutzer eventuell mehrmaliges Umstecken abverlangt.

Eine von Icron Technologies patentierte Technik soll die Reichweitenbeschränkung auf bequemere Art aufheben als mit einer alle paar Meter gesetzten aktiven Signalverstärkung. Icron hat unter dem Namen „ExtremeUSB“ ein System entwickelt, das aus einem sogenannten Local Extender (LEX) und einem Remote Extender (REX) besteht. Der Hostrechner kommuniziert hier mit dem Local Extender, von dem aus die Übertragung zum Remote Extender über ein proprietäres Protokoll geschieht, das die Timing-Einschränkungen der USB-Spezifikation aufhebt. Am Remote Extender, wo das Protokoll wieder in USB umgewandelt wird, stehen dann ein bis vier USB-Ports zur Verfügung. Distanzen bis zu 100 m sind so über ein Cat5e-Kabel überbrückbar. Für noch weitere Strecken können Glasfaserleitungen eingesetzt werden. Ein eigener Software-Treiber für den Extender ist nicht erforderlich, lediglich für das angeschlossene USB-Gerät. Das Verbinden von einem USB-Gerät mit mehreren Hosts ist mit einer zweiten patentierten Technik namens „SwitchableUSB“ möglich, ebenfalls von Icron und auf der ExtremeUSB-Technik aufsetzend. Hier bilden ab Werk zunächst ein Local Extender und ein Remote Extender ein festes Paar (LEX/REX-Paar), das sich über eine voreingestellte IP-Adresse im Netzwerk identifiziert und miteinander kommuniziert. Solange mehr als 100 Mbit/s Bandbreite verfügbar ist, lassen sich weitere Paare zum Netzwerk hinzufügen. Jetzt kann die nach der Inbetriebnahme gefundene Paarung aufgehoben und neu zugeordnet werden. Diese Neuzuordnung entspricht dem bisherigen Vorgang des manuellen Abziehens des USB-Kabels und erneuten Verbindens mit einem anderen Host bzw. Gerät.

Demonstriert wird ein SwitchableUSB-Netzwerk mit mehreren USB-Hosts und -Geräten am Messestand des Distributors Hy-Line. In Verbindung mit Displays kann USB auch eine Rolle spielen. Beispielsweise lassen sich über einen USB-Stecker vom Typ C – eine kompakte und beidseitig einsteckbare Variante – DisplayPort-Monitore mit Grafikdaten versorgen (Vortrag von Hy-Line Computer Components auf der electronic displays Conference, Session 12).

 
Hy-Line Computer Components auf der embedded world 2016: Halle 1, Stand 170