OLED-Fernseher Umsatz mehr als verdoppelt

Die Herstellungskosten für OLED-Panel fallen - das macht sich in der Marktnachfrage stark bemerkbar: 2017 wurden allein in Deutschland mehr als doppelt so viele Geräte wie im Vorjahr verkauft.
Die Herstellungskosten für OLED-Panel fallen. Das macht sich in der Marktnachfrage stark bemerkbar: 2017 wurden allein in Deutschland mehr als doppelt so viele Geräte wie im Vorjahr verkauft.

Der Markt für Fernseher wächst in Deutschland. Daran haben auch die OLED-Fernseher ihren Anteil, obwohl die Technik noch immer vergleichsweise teuer ist.

Rund 10 Milliarden Euro. So viel Umsatz erwirtschafteten Unternehmen 2017 mit klassischer Unterhaltungselektronik in Deutschland. Das sind 8,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Das geht aus dem HEMIX 2017 (Home Electronics Market Index) hervor, den die Marktforschungsunternehmen gfu Consumer & Home Electronics und GfK Retail and Technology regelmäßig erheben und in Kooperation mit dem Bundesverband Technik des Einzelhandels (BVT) veröffentlichen.

Das größte Marktsegment innerhalb der Unterhaltungselektronik bilden TV-Geräte mit einem Volumen von 4,2 Milliarden Euro, das im Vergleich zum Vorjahr um 5,6 Prozent wuchs. Die größte Nachfrage gilt den großformatigen Bildschirmen (ab 37 Zoll Bildschirmdiagonale): Mit 2,72 Millionen verkaufte Fernsehgeräten wurde insgesamt 2,70 Milliarden Euro erzielt. Das entspricht 85 Prozent des gesamten Umsatzes im TV-Bereich. 2016 wurden noch rund 2 Millionen großformatige Fernseher im Gesamtwert von 2,16 Milliarden Euro verkauft.

OLEDs: Starke Nachfrage und sinkende Herstellungskosten

Deutlich angezogen hat das Geschäft mit OLED-Fernsehern: 110.000 verkaufte Fernseher entsprechen einer Steigerung von 147 Prozent im Absatz und 144 Prozent im Umsatz.

Dabei ist die OLED-Technik – bei großformatiger Herstellung – noch immer deutlich teurer als die Flüssigkristall-Technik. IHS schätzt die Herstellungskosten für ein 55-Zoll-OLED-Panel mit UHD-Auflösung im Q2 2017 auf etwa 475 Euro. Ein vergleichbares Flüssigkristall-Panel kostet dabei rund 187 Euro.

Diese Differenz von knapp 300 Euro ist zwar immer noch groß, aber deutlich kleiner als noch im Q1 2015, als die 55-Zoll-OLEDs erstmals serienreif produziert wurden. Damals mussten Hersteller noch rund 800 Euro mehr für ein OLED-Panel als für ein LCD aufwenden. Bis 2021 erwartet IHS, dass die Herstellungskosten auf 200 Euro pro OLED-Panel fallen.

Markt für Fernseher 2018

Traditionell fallen die Umsätze im Fernsehgeschäft in Jahren mit sportlichen Großereignissen – wie den Olympischen Spielen oder der Fußballweltmeisterschaft – sehr hoch aus. Entsprechend erwartet Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratsvorsitzender der gfu Consumer & Home Electronics, auch ein ungebrochenes Marktwachstum. »Der ungebrochene Trend zu großformatigen Fernseh-Geräten und eine deutliche Steigerung des Absatzes von OLED- und UHD-TVs wird … zu einem Umsatzwachstum bei TV-Geräten von rund sieben Prozent führen.«

Weniger erfreulich für die Display-Hersteller wird die sinkende Nachfrage für Smartphones sein: 2017 wurden in Deutschland 23 Millionen Stück abgesetzt, ein Prozent weniger als im Vorjahr. Für 2018 sollen es noch einmal 200.000 weniger sein.