Deutscher Display-Veredeler übernommen Optronics geht an philippinischen Elektronikfertiger

Flexible Displays eröffnen interessante Möglichkeiten, sind in der Herstellung allerdings teuer - zumindest dann, wenn weiterhin die klassischen LCD-Fertigungsprozesse übernommen werden.
VIA optronics hat sich auf Display-Veredelung spezialisiert. Die Optical-Bonding Prozesse liefern eine Ausbeute von garantierten mindestens 95 Prozent.

Der Optical-Bonding Spezialist VIA optronics aus dem bayerischen Schwarzenbruck wird vom philippinischen Elektronikfertiger Integrated Micro-Electronics übernommen.

Integrated Micro-Electronics (IMI) hat sich die Übernahme von 76 Prozent des deutschen Optical-Bonding Spezialisten 47,4 Mio. Euro kosten lassen. Die restlichen 24 Prozent verbleiben im Besitz des Firmengründers Jürgen Eichner.

Der Diplom-Ingenieur hat VIA optronics im Jahr 2005 gegründet und beschäftigt heute etwa 300 Mitarbeiter. Die Kernkompetenzen des Unternehmens liegt in der Herstellung von auch im Sonnlicht ablesbaren Displays für den Automotive-, Industrie- und Konsumgütermarkt. Die nötige Kontrastverbesserung erzielen die Schwarzenbrucker hauptsächlich durch Optical-Bonding. Ein zweites Standbein des Unternehmens ist die Systemintegration mit Schwerpunkt auf den Einbau von Touch-Sensoren in Display-Systeme. Zum Unternehmen gehören zwei Produktions- und Dienstleistungszentren in Deutschland (Mörsdorf) und China (Shuzou).

IMI jetzt auch mit Fertigung in Deutschland

Integrated Micro-Electronics bedient mit seinen Elektronikfertigungsdienstleistungen u.a. die Bereiche Automotive, Consumer-Electronics, Medizinelektronik und Telekommunikation. Das Unternehmen erwirtschaftete im Jahr 2015 etwa 720 Mio. Euro und unterhält Entwicklungs- und Produktionsstandorte in den USA, Mexiko, Osteuropa, Singapur, den Philippinen und China. Und durch den Einkauf von optronics ist es nun auch in Deutschland mit einer Fertigung präsent. In Europa und Amerika will das Unternehmen Geschäftsbeziehungen zu OEMs aufbauen, die ihre Entwicklungskosten durch Auslagerung von Entwicklungs- und Produktionsleistungen ins Ausland senken wollen. In Asien will das Unternehmen eigene Produkte auf die dortigen Wachstumsmärkte bringen.

Arthur R. Tan, Geschäftsführer von Integrated Micro-Electronics, stellte im Zuge der Übernahme die Wachstumsschance für sein Unternehmen heraus: »Diese Vorgang ist eine einzigartige Möglichkeit, um IMIs Wachstum zu beschleunigen«, wobei auch optronics sein Angebot verbreitern und auf die weltweiten Ressourcen von IMI zurückgreifen könne. Jürgen Eichner bezeichnete Integrated Micro-Electronics denn auch als »perfekten strategischen Partner, der unsere Werte und Wachstumsambitionen teilt.«