Augmented-Reality-Datenbrillen OLED-Mikrodisplays für Datenbrillen mit Blicksteuerung

Texte mit den Augen erstellen - Datenbrillen mit bidirektionalen Mikrodisplays machen es möglich.
Texte mit den Augen erstellen - Datenbrillen mit bidirektionalen Mikrodisplays machen es möglich.

Professionelle Augmented-Reality-Datenbrillen sollen dünn und leicht sein. Für manche Anwendungen wird auch ein cleveres Eingabesystem benötigt, bei dem die Hände des Benutzers frei bleiben. OLED-Mikrodisplays vom FEP ermöglichen eine Blicksteuerung.

Schon seit einigen Jahren widmet sich das Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik (FEP) in Dresden der Entwicklung von OLED-Mikrodisplays für Augmented-Reality-Datenbrillen mit Blicksteuerung. OLED-Displays sind für die Entwicklung von professionellen Datenbrillen, die der Anwender bequem für längere Zeit tragen muss, schon deshalb eine logische Option, weil sie leichter und dünner als ihre Pendants mit Flüssigkristalltechnik (LCD) sind. Für eine Blicksteuerung wird zusätzlich ein Bildsensor benötigt, der entweder extern als Kamera oder direkt im Display integriert sein kann. Im zweiten Fall spricht man auch von bidirektionalen Displays, weil sie optische Informationen nicht nur senden, sondern auch empfangen können. Da hier Kamera und Displays auf einem Chip integriert sind, lassen sich auch blickgesteuerte Augmented-Reality-Datenbrillen relativ klein und leicht auslegen, sagt Judith Baumgarten, Projektleiterin am Fraunhofer FEP.

Durchbruch lässt auf sich warten

Bereits vor etwa 18 Monaten, im März 2015, vermeldete das FEP die Entwicklung eines bidirektionalen Mikrodisplays mit SVGA-Auflösung (800 x 600 Pixel, RGBW) und mit erhöhtem Integrationslevel, sodass deutlich weniger externe Komponenten für den Betrieb benötigt werden. Die Auflösung sei damit, so das FEP damals, erstmals auf ein Maß gebracht worden, mit dem bidirektionale Mikrodisplays auf dem Markt für interaktive Augmented-Reality-Datenbrillen etabliert werden könnten.

Eine hohe Nachfrage aus der Industrie scheint es aber noch nicht zu geben. Aktuell vermeldte das FEP, man habe mittlerweile das Konzept zur Ansteuerung der Mikrodisplays mit USB und HDMI verbessert und auch die Entwicklungsplattform überarbeitet. Zusätzlich zu den Industrie-Anwendungen, beispielsweise dem Monteur, dem während seiner Montagearbeit Teile der Bedienungsanleitung ins Sichtfeld projiziert werden, die er mit einer Bewegung seiner Augen umblättern kann, konzentrieren sich die Wissenschaftler am FEP nun auch auf Projekte in der Medizin. Zusammen mit zwei Projektpartnern wurde eine Kommunikations- und Unterhaltungsplattform für Patienten entwickelt, die unter amyotropher Lateralsklerose (ALS) leiden. Die degenerative Erkrankung des Nervensystems (von der auch Stephen Hawking betroffen ist) führt zu Muskelschwund und Muskellähmung. Über die Kommunikationsplattform können per Augensteuerung vorgefertigte Textbausteine oder vollständig selbst verfasste Texte über eine Text-to-Speech Funktion in Sprachsignale umgewandelt werden. Auch das Ansehen von Fotos, Videos und das Abspielen von Musik ist möglich.

In einem Referenzprojekt für Industrieanwendungen hat das FEP auch eine Datenbrille mit Blicksteuerung zur Kalibrierung von Drucksensoren in einer Produktionsanlage entwickelt.